Zwei Polizeigewerkschaften, zwei Führungswechsel – an einem Tag. Sowohl in Hamburg als auch in Berlin wurden am Montag bei den Polizeigewerkschaften GdP und DPolG ein neuer Vorstand gewählt. Zwei bekannte Hamburger Gesichter haben es an die Spitze geschafft, eines auf Landes-, das andere sogar auf Bundesebene.

Draußen am Mittelkanal in Hammerbrook ziehen die Fahrradfahrer und Spaziergänger vorbei. Hinter ihnen leuchten Bäume und Wiese im satten Frühlingsgrün. Noch strahlender ist nur die grüne Deckenleuchte in den schwimmenden Räumen der Eventlocation auf der anderen Uferseite, passend im GdP-Farbton. Dort tagen am Montag der Vorstand der Polizeigewerkschaft, Delegierte, der Polizeipräsident und der Hamburger Innensenator.

Lars Osburg ist neuer Landesvorsitzender der GdP

Lars Osburg tritt ans Rednerpult, setzt seine Brille auf, und beginnt zu sprechen. Heute zum ersten Mal als Landesvorsitzender. Am Vormittag war er fast einstimmig gewählt worden und hat damit seinen langjährigen Vorgänger Horst Niens abgelöst. „Das ist eine besondere Rolle für mich“, sagt Osburg, der auch als Polizist aktiv bleiben wird. Das Vertrauen in ihn sei auch eine „Verpflichtung“, der er sich bewusst sei, sagt er.

Andy Grote dankt Vorgänger Niens

Mit leichter Verspätung betritt auch Innensenator Andy Grote den schwimmenden Konferenzraum. Er reiste direkt aus Berlin von der Vorstellung der bundesweiten Kriminalstatistik an. Zunächst richtet er „ausdrücklich ein persönliches Dankeschön“ an Vorgänger Niens und lobt dessen jahrelanges Engagement. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Zusammenarbeit nahtlos fortsetzen werden“, sagt der Senator mit Blick auf den Personalwechsel. „Wir kennen uns ja auch schon ein paar Tage“, lacht Grote. Osburg ist alles andere als ein Unbekannter, war lange Zeit Niens‘ Vize.

Grote berichtet auch kurz von der Innenministerkonferenz in Berlin. Besonders der Anstieg der Angriffe auf Polizeibeamte sei ein „sehr ernstes Warnsignal“.

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Parallel zu den Innenministern tagten in Berlin auch die Delegierten der Gewerkschaftskollegen von der DPolG. Dort gab es am Montag ebenfalls einen Personalwechsel: Der Hamburger Landesvorsitzende Thomas Jungfer wurde in Berlin zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Heiko Teggatz löst den vorigen Vorsitzenden Rainer Wendt ab.