
Seit drei Wochen ist die wichtigste Nord-Süd-Verbindung Düsseldorfs schon gesperrt. In dieser Zeit werden nicht nur neue Brandschutz-Ventilatoren eingebaut – die Fahrbahn bekommt auch eine neue Asphaltdecke.
Dampfend fließt der zähe Brei aus dem Lkw auf die abgefräste Fahrbahn, wo er von einer Spezialmaschine gleichmäßig verteilt wird. Dann rieselt feiner Split auf den 210 Grad heißen Gussasphalt. Ein halbes Dutzend Arbeiter macht die Feinarbeit, drückt Asphalt in die Ecken und verteilt zusätzlichen Split mit lockerem Schwung der Schaufel.
Die Asphaltkolonne kommt immer in der Nacht. Damit sie nicht den anderen Abteilungen in die Quere kommen, die am Tag hier tätig sind, sagt Marcus Roggon, der Einbaumeister. „Die Turbinen, die hier laufen, das fühlt sich an wie am Strand“, sagt er – und meint die Frischluft-Brise, die durch den Tunnel geblasen wird. Vor allem dann, wenn es dampft und staubt, und die Turbinen auf volle Leistung schalten.
Asphalt im Rheinufertunnel schon 33 Jahre alt
Projektleiter Kesete Berhane
Jede Nacht ist auch Kesete Berhane, der verantwortliche Projektleiter, hier unten im Tunnel. Weil die Röhren ohnehin gesperrt werden mussten, um Großventilatoren für den Brandschutz zu erneuern, hatte man entschieden, die Fahrbahndecke ebenfalls zu sanieren. „Der alte Gussasphalt war ja noch der ursprüngliche“, sagt er – eingebaut Anfang der 90er. Inzwischen sei die Griffigkeit nicht mehr optimal gewesen.
Die Asphaltarbeiten gehören zu den besonderen Herausforderungen während der Tunnelsperrung. Die soll nach insgesamt vier Wochen aufgehoben werden. Schließlich ist der Rheinufertunnel die wichtigste Nord-Süd-Verbindung der Landeshauptstadt. Zigtausende Autofahrer müssen seit Ende März täglich Umwege und Staus in Kauf nehmen.
Baustellenfahrzeuge im gesperrten Tunnel
Probleme gab es – aber der Zeitplan steht
Ganz ohne Schwierigkeiten sind die letzten Wochen auch nicht vorüber gegangen. Einmal sei die Asphaltmaschine kaputt gewesen, der Werkstattmeister habe sie wieder flott machen können, so dass man nur einen Tag verloren habe, sagt Berhane. Und er ist optimistisch: „Bis jetzt läuft es super. Wir schaffen unseren Bauzeitenplan.“
In dieser Nacht bringen die Arbeiter den neuen, lärmoptimierten Gussasphalt auf weiteren 411 Metern auf. Jetzt bleiben nur noch zwei Teilstücke. Es sieht ganz gut aus, dass die vielen Pendler zu Beginn der nächsten Woche im Rheinufertunnel über eine frisch verlegte Fahrbahndecke zur Arbeit fahren können.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Stadt Düsseldorf
- Niermann Asphaltbau
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 20.04.2026, 19.30 Uhr