
AUDIO: Gestrandeter Ostsee-Wal: Wie geht es jetzt weiter? (1 Min)
Nachdem sich der Wal in der Ostsee gestern kurz frei schwamm, liegt er nun wieder in einer Untiefe an der Öffnung der Bucht und damit am 22 Tag vor Poel. Die private Rettungsinitiative ist mit Spezialgeräten im Einsatz. Für den Wal soll es wohl Heringe und Shrimps geben.
LIVE:
Der aktuelle Stand für den Ostsee-Wal im Livestream
11:47 Uhr
Sandspülen gegen den fallenden Wasserstand
Am Buckelwal kommt zusätzlich zum Spülschlauch jetzt auch der Seascooter vom DLRG zum Einsatz. Zwei Kameraden unterstützen die Arbeiten. Hier soll wohl schnell Platz gemacht werden. Denn auch der Wasserstand ist weiter ein kritischer Faktor. Der Pegel in der Wismarbucht sinkt seit gestern und fällt im Tagesverlauf weiter. Je niedriger das Wasser, desto gefährlicher ist das Eigengewicht für den Wal selbst.
11:09 Uhr
Wal im „kritischen Zustand, aber vital“
Es kann ja gar nicht oft genug auf die Verfassung des Wals geguckt werden. Eine Einschätzung dazu kam gerade vom Umweltminister. Der Wal sei natürlich in einem kritischen Zustand, sei aber dennoch vital und habe eine Chance, so Backhaus. Er ist der Einzige, der aktuell Auskunft gibt. Einen veterinärmedizinischen Befund aus erster Hand gibt es nicht.
10:37 Uhr
Spülgang im hüfthohen Wasser

Beim Wal selbst wurde gerade der „Spülgang eingeschaltet“. Ein Schlauch ist zu sehen, Wasser drückt kräftig heraus, ein Helfer führt ihn unter der Wasseroberfläche dicht am Wal entlang. Laut Backhaus soll mit Blick auf den fallenden Wasserstand auch größeres Sauggerät eingesetzt werden.
10:17 Uhr
Weg frei für den Wal?
Wann genau ein Rettungsversuch beginnt, liegt in der Entscheidung der Initiative, sagte Backhaus gerade erst im Interview mit dem NDR. Und prompt geht es richtig los. Jetzt ist auch die Arbeitsplattform dichter am Wal, der Bagger kommt zum Einsatz. Es sieht im Livestream sehr danach aus, dass der Weg zur Fahrrinne für den Wal freigemacht wird.
10:01 Uhr
Mehr Platz am Walbauch – Seascooter soll freispülen

Weil es gestern gut geklappt hat, fahren Taucher jetzt wieder zum Wal, um dort zu spülen – also mehr Platz unter dem Wal zu machen. Der liegt bereits in einer Kuhle, scheint dadurch auch beweglicher, braucht offenbar aber noch mehr Freiraum unterm Bauch. Backhaus sagte, er solle damit gezielt entlastet werden. Zum Einsatz kommt ein Seascooter von der DLRG, damit konnten gestern 40 bis 50 Zentimeter mehr Wassertiefe „erspült“ werden.
09:41 Uhr
Fütterung mit Heringen und Shrimps, aber keine Gurte
Nach Informationen von Umweltminister Backhaus will die private Initiative zur Lebendbergung des Wals weitermachen. Obwohl die aus Hawaii eingeflogene Tierärztin Jenna Wallace am Abend abgereist ist, besteht laut Backhaus nach wie vor beratender Kontakt, der weiter verstärkt werden soll. Unterstützung wurde angefordert, so der Minister.
Jetzt soll zudem geprüft werden, dem Wal Nahrung anzubieten – laut Backhaus ein Menü von Heringen und Shrimps. Der Wal ist unterdessen weiter aktiv und schlägt mit den Seitenflossen, den sogenannten Flippern, ist aber laut Backhaus auch kurzatmig. Der Vorschlag, den Wal mit Gurten zu ziehen, wurde aus tierschutzrechtlichen Gründen abgelehnt. Das Tier dürfe nicht unnötig belastet oder gequält werden, hieß es vom Minister.
Video:
Neuer Rettungsanlauf: „Entscheidung liegt bei Initiative“ (5 Min)
09:35 Uhr
Bewegung beim Wal
Taucher waren zwischenzeitlich beim Wal, haben ihn mit mit Wasser bespritzt. Die linke Brustflosse des Meeressäugers ragt immer wieder aus dem Wasser. Die DLRG ist mit im Einsatz, sichert ab, stellt ihr Boot aber auch zur Verfügung, um zwischen Wal und Arbeitsplattform zu verkehren. Dort wurde der Betrieb auch aufgenommen.
09:12 Uhr
Tierärzte-Schwund im Team, reicht die Fachkenntnis noch aus?
Gleich am Morgen hat Umweltminister Backhaus seine Sorge über die personellen Veränderungen im Team der Rettungsinitiative ausgedrückt. Er habe die Abreise von Tierärztin Jenna Wallace zur Kenntnis genommen und auch über den Ausfall der leitenden Tierärztin, Janine Bahr van Gemmert, aus medizinischen Gründen informiert. Damit schrumpft die Fachkenntnis im Team deutlich und die Frage steht im Raum, ob dem Wal noch adäquat geholfen werden kann.
Mitfinanzierer der Aktion, Walter Gunz, sprach von einer enormen Belastung für das ganze Team. „Wir sind alle am Ende.“ Aufgeben wolle die Initiative aber nicht. Es gehe auf jeden Fall weiter.
09:06 Uhr
Fünfte Strandung des Wals
Der Wal war gestern zum fünften Mal gestrandet. Seine Orientierung führe ihn immer wieder in flache Gewässer, so Backhaus. Das müsse man zur Kenntnis nehmen.
08:57 Uhr
Hat das Team einen Plan, geht’s jetzt los?
Am Hafen in Kirchdorf haben jetzt die ersten Boote abgelegt, der Cheftaucher des Bergungsteams, Fred Babbel, ist wohl auch unterwegs zum Wal. Wenn es einen neuen Plan für den Rettungsversuch gibt, könnte es jetzt losgehen. Auch die DLRG macht sich im Hafen bereit. Bei der versuchten Walrettung stehe das Tierwohl im Mittelpunkt, betonte Backhaus gleich am Morgen bei seiner Ankunft in Kirchdorf.
08:40 Uhr
Minister Backhaus in Kirchdorf eingetroffen

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister ist auf der Insel Poel. Till Backhaus bespricht sich gerade mit dem Bergungsteam und hat anschließend Zeit für den NDR. Dann erfahren wir hoffentlich mehr zu den Vorkommnissen im Team, aber vor allem zum weiteren Plan für den Wal.
08:25 Uhr
Regungen beim Wal: Will er los?
Auf den Live-Bildern im Stream ist deutlich zu sehen: Der Wal buckelt sich hoch, schlägt mit den Flippern und stößt immer wieder Wasserfontänen aus. Bemüht er sich, loszukommen, kann aber nicht? Aus der Ferne schwer zu sagen, der Wal ist auch immer noch allein und auf sich selbst gestellt.
08:11 Uhr
Ruhe beim Wal, aber Unruhe im Team – unter anderem Wallace raus
Christiane Freifrau von Gregory, die bisherige Pressesprecherin und Mitglied des ersten Organisationsteams rund um die versuchte Walrettung, gab am Morgen ihren sofortigen Rücktritt bekannt. Sie sagte, „unser Ziel war die professionelle und ruhige Umsetzung des Konzepts, das Mensch und Tier schützt.“ Die aktuellen Entwicklungen und Dynamiken vor Ort entsprechen jedoch aus ihrer Sicht nicht mehr den Grundwerten und Standards, für die sie und das Team standen. Gregory sprach in ihrer Mitteilung von „internen Differenzen“, die jedoch nicht konkret benannt werden. Eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit sei unter den jetzigen Rahmenbedingungen nicht mehr möglich, hieß es weiter. Übereinstimmenden Berichten zufolge hatte bereits am Abend die aus Hawaii angereiste Tierärztin, Jenna Wallace, das Rettungsteam verlassen.
07:59 Uhr
Wasserstand sinkt weiter
Ein Blick auf den Wasserstand für heute und morgen zeigt, er sinkt weiter. Schon seit gestern Mittag nimmt der Pegel stetig ab. Die knapp 60 Zentimeter mehr, die der starke Nordostwind seit Sonntagabend in die Bucht gebracht hatte, konnten dem Buckelwal gestern so viel Auftrieb geben, dass er sich von seiner früheren Position selbst befreit hatte. Nun verschlechtert sich die Situation wieder.
07:40 Uhr
Nächtliche Kontrollfahrt, am Morgen aber keine Boote beim Wal
Noch in der Nacht war Bewegung auf dem Wasser beim Wal. Der Umweltminister hatte sich gemeinsam mit Experten der Landesfischereiaufsicht dem Tier mit einem Boot bis auf etwa 500 Meter genähert. Am Morgen ist es aber ruhig um das Tier und in der Bucht. Bisher sind keine Boote oder Menschen in seiner Nähe. Etwas tiefer in der Bucht liegt immer noch die Arbeitsplattform, von der aus in den vergangenen Tagen Sandspülungen vorgenommen wurden.
07:20 Uhr
Wal liegt unverändert an Öffnung zur Wismarbucht
Der erste Blick geht Richtung Öffnung der Kirchsee hin zur Wismarer Bucht. Der Wal ist noch da. Er atmet, bewegt sich nur wenig und liegt an der selben flachen Stelle wie gestern Abend schon. Die Hoffnung, die auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hatte, dass der Wal nach einer Ruhephase in der Nacht losschwimmen könnte, hat sich also nicht erfüllt.
07:00 Uhr
Das ist bisher in der Bucht vor Poel passiert
Guten Morgen an einem weiteren Tag auf der Ostseeinsel Poel. Das Interesse am Schicksal des gestrandeten Buckelwals ist ungebrochen. Darum sind auch heute wieder NDR Reporter vor Ort, sammeln alle wichtigen Informationen ein, die dann schnellstmöglich über den Liveticker zu Ihnen kommen. Danke an dieser Stelle, dass Sie sich für unsere Berichterstattung entschieden haben.
Seit mehr als drei Wochen liegt der Buckelwal nach einer tagelangen Odyssee durch die Ostsee in einer sehr engen Bucht vor Poel – über viele Tag nahezu regungslos. Gestern dann bei hohem Wasserstand bewegte sich der Wal, schwamm mehrere Kilometer durch die Kirchsee, fand unglücklicherweise die Fahrinne und damit den Ausweg aus der Bucht aber nicht. Nun liegt er wieder, dicht am tieferem Wasser, aber dennoch fest.
Die privat finanzierte Initiative, eine Gruppe, der auch Tierärzte, aber keine Experten aus Wissenschaft oder von staatlicher Stelle angehören, hatte bis Sonntag im Wasser Platz um den Wal geschaffen, um ihn anzuheben und auf einer schwimmenden Konstruktion auf eine mehrtägige Reise von der Ostsee, in die Nordsee und bestenfalls in den Nordatlantik zu bringen. Durch den Wetterwechsel wurden die Pläne durchbrochen. Zwischenzeitlich sollte es der Wal von Booten begleitet alleine aus der Bucht schaffen. Dass er das in seinem Zustand kann, daran zweifeln Experten aus Wissenschaft und von Umweltorganisation seit Beginn des Rettungsversuchs. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus wollte der Idee und damit dem Wal trotzdem eine Chance geben. Von Ministeriumsseite wird die Aktion begleitet und überwacht, Verantwortung tragen die Initiatoren.

Der Wal hatte sich am Montagmorgen freigeschwommen. Dann lag er immer wieder fest und liegt aktuell in einer günstigen Untiefe.
18.04.2026 06:55 Uhr
Der Wal in der Ostsee: Die wichtigsten Fragen und Antworten
In unserer extra Übersichtsseite finden Sie Hintergrundinformationen über den Buckelwal in der Ostsee, über die majestätischen Tiere an sich und über das Für und Wider zur Rettungsaktion in der Wismarbucht. Das FAQ zum Buckelwal in der Ostsee aktualisieren wir weiter für Sie.

Ob Hörer, Zuschauer oder Social-Media-Nutzer: Alle haben viele Fragen zum Buckelwal. Expertinnen und Experten antworten.
Der Irrweg des Wals in der Ostsee
Am 3. März war der Wal erstmals im Hafen von Wismar gesichtet und mithilfe der Naturschutzorganisation Sea Shepherd mit Booten aus dem Hafenbecken geleitet worden. Am 23. März lag er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand. Nachdem für ihn eine Rinne ausgebaggert worden war, schwamm er sich am 27. März frei.
Am 28. März strandete er erneut in der Wismarer Bucht südlich der Insel Walfisch, kam zwischenzeitlich frei, lag anschließend jedoch bis zum 30. März wieder im flachen Wasser fest. In der Nacht zum 31. März setzte er sich abermals in Bewegung. Allerdings schwamm er nicht Richtung Westen, sondern nach Norden und blieb gegen 13 Uhr in der Kirchsee vor Poel liegen.