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Bielefeld – Jetzt geht der Schlagabtausch in die nächste Runde: Im Markenrechts-Zoff zwischen der Bielefelder Döner-Kette „Krispy Kebab“ und Fast-Food-Riese KFC reagiert der US-Gigant erstmals gegenüber BILD auf die Vorwürfe, den Namen des ostwestfälischen Unternehmens kopiert zu haben.
KFC reagiert auf Vorwurf der Markenrechtsverletzung
In einer Stellungnahme der Pressestelle heißt es: „Unsere Kampagne zum KFC Krispy Kebab läuft unter dem Motto ‚Alles nur geklaut‘. Aber diesen vermeintlich frechen Klau hatten wir tatsächlich nicht im Sinn.“ Die Songwahl für die Marketingkampagne – der Prinzen-Hit „Alles nur geklaut“ – hatte im Streit nämlich für zusätzliche Brisanz gesorgt.
Für den Bielefelder Unternehmer Sergen Kolcu, Betreiber der Döner-Kette Krispy Kebab, war das eine Steilvorlage für seinen Vorwurf: KFC habe seinen Namen kopiert. Schließlich ließ er sich „Krispy Kebab“ bereits 2017 deutschlandweit als Marke schützen.

Sergen Kolcu (29) betreibt den Dönerladen „Krispy Kebab“ in Bielefeld. Als der US-Fast-Food-Riese KFC plötzlich mit einem gleichnamigen Produkt um die Ecke kam, wurde er hellhörig
Foto: Christian Müller
Auffällig: KFC schreibt „Krispy“ mit K – und nutzt damit exakt die gleiche Schreibweise wie die geschützte Marke aus Bielefeld (Nordrhein-Westfalen). Für Kolcu kann das kein Zufall sein.
KFC versucht, Streit mit Humor zu lösen
KFC versucht jetzt, den Konflikt charmant runterzukochen und witzelt: „Klar ist: Wir wollen keinen Beef – unser Fokus liegt bekanntlich auf Chicken.“ Der Produktname des limitierten Kebabs sei im Zuge einer internationalen Entwicklung entstanden und werde bereits in mehreren europäischen Märkten verwendet. Statt Dönerfleisch gibt es Crispy Chicken im Kebab-Brot.

Seit 2017 gibt es den Krispy Kebab in Bielefeld
Foto: Christian Müller
Immerhin: Der Konzern hat inzwischen den direkten Kontakt gesucht. Im Statement heißt es, man stehe im Austausch mit den Gründern von Krispy Kebab und wolle schauen, was noch gemeinsam möglich ist. Und tatsächlich: Sergen Kolcu verrät BILD: „Sie haben mir eine Collaboration angeboten, die aber noch geheim bleiben muss“, sagt er.
Unternehmer denkt über Kollaboration mit KFC nach
Doch der Unternehmer ist hin- und hergerissen. „So viele Leute aus Bielefeld sind irritiert – alle denken, ich habe etwas damit zu tun.“ Seine Sorge: Kunden könnten abwandern. „Ich rechne damit, dass viele eher zu KFC fahren werden. Die haben viel mehr Filialen und große Parkplätze. Es scheint entspannter, den Kebab dort zu essen.“ Das ärgert ihn – und könnte für sein Unternehmen spürbare finanzielle Folgen haben.

„Von den Besten geklaut und mit Fried Chicken neugebaut“, so wirbt der Fast-Food-Riese. Serviert wird KFC-typisches Hähnchenfleisch im Kebab-Brot – dazu Salat, Tomaten, Zwiebeln, zwei Soßen sowie ein zusätzliches Gewürz
Foto: KFC
Dabei drängt die Zeit: Die KFC-Aktion startet am 21. April. Für eine mögliche Zusammenarbeit kommt das aus Kolcus Sicht fast zu spät. „Wir müssen schauen, wie sich das Problem jetzt noch aus der Welt schaffen lässt“, sagt der Unternehmer, der inzwischen einen Anwalt eingeschaltet hat. Ob am Ende eine Einigung steht – oder der Streit doch vor Gericht landet, ist völlig offen.