
Die PCK-Raffinerie in Schwedt hängt von den Lieferungen über die Druzhba-Pipeline ab.
picture alliance/dpa | Patrick Pleul
- Russland stoppt offenbar ab dem 1. Mai den Transport kasachischer Rohstoffe über die Druzhba-Pipeline nach Deutschland.
- Die PCK-Raffinerie in Schwedt bezieht kasachisches Öl und könnte stark betroffen sein.
- Deutschland importiert seit 2022 kein russisches Öl mehr, was die Energieversorgung zusätzlich belastet.
Russland will ab dem 1. Mai keinen kasachischen Rohstoff mehr über die Druzhba-Pipeline nach Deutschland transportieren. Das berichten drei Industriequellen gegenüber der Nachrichtenagentur „Reuters“. Moskau soll einen entsprechenden Exportplan bereits an Kasachstan und Deutschland übermittelt haben.
Der Schritt könnte die deutsche Energieversorgung hart treffen. Die PCK-Raffinerie in Schwedt, Brandenburg, bezieht kasachisches Öl über die nördliche Druzhba-Leitung. Die Raffinerie ist eine der größten Anlagen Deutschlands und spielt eine wichtige Rolle für die Versorgung Ostdeutschlands mit Kraftstoffen.
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Deutschland setzt auf Öl aus Kasachstan
Deutschland importiert seit 2022 kein russisches Öl mehr über Pipelines. Nach dem Einmarsch in die Ukraine stellte Berlin die deutschen Tochtergesellschaften des russischen Staatskonzerns Rosneft unter staatliche Treuhandschaft. Seitdem fließt kasachisches Öl durch die Pipeline.
Die Liefermengen aus Kasachstan stiegen zuletzt deutlich. Im Jahr 2025 exportierte Kasachstan 2,146 Millionen Tonnen Rohöl nach Deutschland – das entspricht rund 43.000 Barrel pro Tag. Verglichen mit 2024 bedeutet das ein Plus von 44 Prozent.
Moskau äußert sich bislang zurückhaltend. Das russische Energieministerium reagierte nicht auf eine Anfrage von „Reuters“. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte lediglich: „Wir werden versuchen, das zu prüfen.“
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Die geplante Maßnahme reiht sich ein in eine Serie von Störungen der Druzhba-Pipeline. In der Vergangenheit unterbrachen bereits ukrainische Drohnenangriffe zeitweise den Betrieb. Jetzt könnte Russland den Transit gezielt stoppen – mit direkten Folgen für die deutsche Energieversorgung.
Der Zeitpunkt ist brisant. Mit dem 1. Mai rückt der geplante Stopp näher. Deutschland muss sich auf Alternativen vorbereiten, wenn Moskau die Ankündigung umsetzt.
jk