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Neben dem Platz bilden sie eine Einheit, nun müssen alle das auf die elf Spieler übertragen, die es am Freitag gegen Dresden (18.30 Uhr/Sky) auf dem Feld zeigen müssen. Vor dem kommenden Abstiegs-Endspiel haben die Fortuna-Bosse zu einer Mitarbeiterversammlung eingeladen – und dort vom gesamten Klub das Retter-Signal bekommen.
BILD kennt die Einzelheiten des Events, das im „Cave“ in den Katakomben der Arena stattgefunden hat. Gleich zu Beginn gab es eine Überraschung für die Mitarbeiter, den Staff, das Trainer-Team und die Mannschaft (nur Florian Kastenmeier war aus privaten Gründen verhindert): Es waren keine Stühle im Raum wie sonst, im „Cave“ finden normalerweise Pressekonferenzen oder andere Veranstaltungen statt. Der Grund war symbolisch: So rückten alle noch enger zusammen, keine durch Stühle erzeugte Distanz, keine festen Positionen.
Dann wurde es ein wenig Guru-mäßig, aber wichtig. Alexander Jobst (52) eröffnete die Veranstaltung (auch die anderen Bosse, Trainer Alexander Ende und Tim Oberdorf als Vize-Kapitän hielten Reden), sprach klar und deutlich an, worum es geht. Nicht um Schuldzuweisungen, was falsch gelaufen ist, was in der nächsten Saison passiert – nur darum, den Klassenerhalt zu packen und vor allem: daran zu glauben, dass Fortuna Düsseldorf den schaffen kann. Deshalb bat Jobst alle Anwesenden, sich auf den Boden zu setzen und forderte dann, dass sich jeder wieder hinstellt, der an die Rettung glaubt. Das Ergebnis: ALLE standen!

Klare Ansage: Alexander Jobst (52) schiebt für die Rettung alle Planungen für die Zukunft.
Foto: picture alliance/firo Sportphoto
Fortuna steht auf für die Rettung und stimmt sich mit dem halbstündigen Event auf die letzten vier (oder sechs im Falle der Relegation) Spiele ein. Ein weiteres Credo: Es gibt keine Ausreden mehr! Die unzähligen Verletzungen? Egal! Schiedsrichterentscheidungen? Egal! Sämtliche Ungerechtigkeiten? Egal! Die entscheidenden Punkte müssen her, wie auch immer.
Was die Bosse aber auch nicht verschwiegen: Ein Abstieg würde erhebliche Einschnitte bedeuten, nicht nur im sportlichen Bereich, sondern im gesamten Verein. Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, Gehaltskürzungen stünden bevor. Fußballprofis mögen relativ weich fallen, für viele Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle geht es aber um die Existenz. Wen es wie treffen würde, wäre aber erst nach der Saison das Thema – denn: im besten Fall trifft es niemanden, weil die Rettung doch noch gelingt.
Klub-Boss Jobst: „Dann werden das schaffen!“
Jobst zu BILD: „Es ist irrelevant, was irgendwo steht, was beim Abstieg alles passiert. Es ist unsere Aufgabe, die Klasse zu halten. Ich erwarte Aufopferung, Einsatz und das Verschieben von Leistungsgrenzen. Es hängen zigtausend Herzen an der Fortuna, es ist die Verantwortung von uns allen, wir haben es in der eigenen Hand. Wir müssen uns jetzt aufrichten, mutig sein und ganz wichtig: selbst dran glauben. Dann werden wir das schaffen!“
Der Fortuna-Boss weiter: „Wir müssen aufhören zu lamentieren, wann was wie falsch gelaufen ist. Jammern hilft nicht. Nach dem letzten Spiel braucht es eine schonungslose Analyse, die verspreche ich allen – aber jetzt müssen wir den Karren aus dem Dreck ziehen. Wir denken als Vorstand natürlich in allen Szenarien und verstehen die Sorgen. Aber mit der Planung über die Saison hinaus beschäftigen wir uns nach der Saison. Bis dahin gibt es nur eine Aufgabe: die Klasse halten!“