Der Berliner Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Hanno Grüther, beschreibt gegenüber rbb|24 vor allem die Beleidigungen und Bedrohungen als ein wachsendes Problem, selbst in seinem eigenen beruflichen Alltag, in dem Grüther eine Grundschule in Tempelhof-Schöneberg leitet. Auch dort erlebe er, dass „die verbale Übergriffigkeit von Schülerinnen und Schülern, aber auch von Eltern seit drei, vier Jahren wirklich zugenommen hat.“ Er sehe das „für viele Kolleginnen und Kollegen zunehmend als Problem, was dazu führt, dass sie ihren Arbeitsalltag ein Stück weit unangenehmer finden“.
Einen Anstieg von Vorfällen körperlicher Gewalt habe er in seiner Verbandsarbeit zwar zuletzt nicht bemerkt, allerdings könne das auch bedeuten, dass das Vorgehen der Schulen besser funktioniere. „Wenn ein Vorfall von der Schule und den Behörden ordentlich behandelt wird und die betroffene Kollegin, der Kollege das Gefühl hat, gut betreut zu werden, dann kommen viele Fälle bei uns als Verband nicht an“, sagt Grüther. Der Umgang der Schulen mit dem Thema Gewalt habe sich gewandelt, so sein Eindruck. Man gehe damit inzwischen offener um und versuche, das Problem anzugehen.
Es gibt aber Beispiele von Schulen, an denen problematische Zustände bekannt wurden – auch in Berlin und Brandenburg. An einer Schule in Cottbus verfassten Eltern im Dezember einen Brandbrief, nachdem es dort zu Gewalt- und Beleidigungsvorfällen zwischen Schülern gekommen sein soll.