Flughafen reagiert

Weltweite Kerosin-Krise: Müssen Flüge gestrichen werden?

Aktualisiert am 21.04.2026 – 17:31 UhrLesedauer: 2 Min.

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Flugzeug in Düsseldorf (Symbolfoto): Am Flughafen zeigt man sich gegenüber der Kerosin-Krise gewappnet. (Quelle: Fotografie73/imago)

Wegen der weltweiten Kerosin-Knappheit werden in Asien Flüge gestrichen – sind auch die Urlaubsflüge von Düsseldorf im Sommer betroffen?

Müssen Urlauber um ihre Sommerflüge fürchten? Während asiatische Flughäfen wegen Kerosin-Engpässen bereits keine zusätzlichen Flüge mehr annehmen, meldet der Flughafen Düsseldorf bislang einen reibungslosen Betrieb.

„Uns sind keine Einschränkungen infolge einer mangelnden Kerosinversorgung gemeldet“, sagte ein Flughafensprecher gegenüber der Düsseldorfer Lokalredaktion von t-online. Über den aktuellen Stand der Kerosin-Bestände am größten Flughafen Nordrhein-Westfalens schwieg sich der Sprecher jedoch aus.

Angaben zu den Füllständen der beiden Tanklager oder zur Reichweite der Vorräte macht der Airport grundsätzlich nicht – mit Verweis auf Sicherheits- und Wettbewerbsgründe.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte in der vergangenen Woche gewarnt, dass Kerosin in Teilen Europas in den kommenden Wochen knapp werden könnte – als direkte Folge der angespannten Lage in der Straße von Hormus. „Mehrere europäische Länder könnten in den kommenden sechs Wochen einer beginnenden Knappheit von Kerosin gegenüberstehen“, teilte die in Paris ansässige Behörde mit. Entscheidend sei, in welchem Umfang es gelingt, ausgefallene Lieferungen aus dem Nahen Osten durch andere Importquellen zu ersetzen.

Auch der Luftverkehrsverband BDL hatte Alarm geschlagen: Hauptgeschäftsführer Joachim Lang warnte, der stockende Kerosin-Nachschub könne schon bald zu „spürbaren Einschnitten im Flugangebot“ führen. „Die Sommerreisesaison steht unmittelbar bevor, das Ökosystem Tourismus ist in der Hauptreise- und Geschäftszeit bei ein- und ausreisenden Touristen auf den Luftverkehr angewiesen“, so Lang.

Ein zusätzliches Problem: Wer von Europa aus nach Asien fliegt, braucht dort eine gesicherte Betankungsmöglichkeit für den Rückflug. „Wenn ein Flugzeug beispielsweise nach Asien aufbricht, muss man auch sicher sein können, dass es dort Betankungsmöglichkeiten gibt“, sagte ein Branchenvertreter der Nachrichtenagentur dpa.

Der Flughafen Düsseldorf selbst ist für die Kerosinversorgung nicht direkt zuständig – das obliegt den Airlines und deren Mineralöl- und Logistikpartnern. Am Standort übernehmen die Dienstleister Aviation Fuel Services und Skytanking den Betrieb der Tanklager sowie die Betankung der Maschinen. Beliefert werden diese aus zwei Raffinerien in der Region.

Unabhängig von der aktuellen Krise plant der Flughafen den Bau eines modernen Tanklagers mit Gleisanschluss. Es soll die bestehende Lagerkapazität deutlich erhöhen und zudem die Voraussetzungen für den Einsatz nachhaltiger Treibstoffe (SAF) schaffen. Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant, der Schienenanschluss soll ab Ende 2029 genutzt werden.

Ob die aktuelle Versorgungslage auch Düsseldorf noch einholen wird, bleibt offen. Zur weiteren Entwicklung will sich der Flughafenbetreiber nicht äußern – das sei Sache der Mineralölunternehmen, Raffinerien, Airlines und ihrer Verbände.