Weniger Wohnfläche, mehr Gemeinschaft
Geplant ist ein sogenanntes Tiny Village – zu Deutsch ein winziges Dorf – mit maximal 15 Minihäusern auf einer rund 5.000 Quadratmeter großen Fläche. Die Wohnflächen der Häuser liegen je nach Modell zwischen etwa 15 und 50 Quadratmetern, teilweise mit zusätzlicher Schlafebene. Neben den privaten Parzellen sind auch gemeinschaftlich genutzte Flächen vorgesehen. Das Konzept setzt auf reduziertes, nachhaltiges Wohnen und ein stärkeres Miteinander innerhalb der Siedlung.
Erleichterung bei Projektentwicklern
Projektträger ist das Unternehmen TinyVillage Leipzig. Geschäftsführer Johannes Schubert zeigte sich nach der Entscheidung des Gemeinderats sichtlich erleichtert und freut sich, dass die Pläne reibungslos durch den Gemeinderat gekommen sind.
Es ist uns ein Stein vom Herzen gefallen, dass es nach der langen Zeit nun doch ziemlich reibungslos durch den Gemeinderat gekommen ist, und jetzt kann es losgehen.
Johannes Schubert
Geschäftsführer TinyVillage Leipzig
Man stehe bereits mit mehreren Partnern im engen Austausch, die ersten Bewerbergespräche sollten zeitnah beginnen. Ziel sei es, im Sommer mit der Erschließung zu starten, sodass im Winter die ersten Bewohner einziehen könnten.
Große Nachfrage nach kleinen Häusern
Die Nachfrage ist groß. Nach Angaben der Projektentwickler gibt es mehr als 200 Interessenten für ein Tiny House in Lüptitz. Mit dem erfolgten Ratsbeschluss seien nun auch Bewerbungen möglich. In einem Auswahlprozess solle nicht nur die finanzielle Tragfähigkeit, sondern auch das spätere Zusammenleben innerhalb der Siedlung eine Rolle spielen.
Lüptitz als Modell für neues Wohnen
Mit dem Tiny Village will die Gemeinde nicht nur neuen Wohnraum schaffen, sondern auch zeigen, dass bezahlbares und modernes Wohnen im ländlichen Raum möglich ist. Das ist auch ein Anliegen des scheidenden Bürgermeisters Uwe Weigelt (SPD), der das Projekt mit auf den Weg gebracht hatte. Es stecke viel Herzblut darin, sagt der 62 Jahre alte Lüptitzer, der bei der letzten Bürgermeisterwahl nicht mehr kandidierte. Es sei eine smarte Lösung. Er drücke den Investoren die Daumen.
Alle reden ja von mangelndem Wohnraum und das ist eine kleine, smarte Lösung. Und ich drücke den Investoren die Daumen, dass sie auch die Chemie in der Siedlung gut hinbekommen.
Uwe Weigelt (SPD)
Bürgermeister Lossatal
Gelingt das Vorhaben, könnte Lüptitz bundesweit Beachtung finden – als kleines Dorf mit großer Idee.