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Berlin – In Nordrhein-Westfalen wachsen Bandidos und Hells Angels rasant – doch in Berlin kämpfen die Rocker mit ganz eigenen Problemen. Immer mehr Rocker verlagern ihre Clubhäuser und Ortsgruppen – sogenannte Charter oder Chapter – aus Berlin ins benachbarte Brandenburg. Polizeisprecher Martin Stralau nennt die Gründe klar beim Namen: „Als mögliche Ursachen hierfür sind insbesondere der anhaltend hohe Kontrolldruck sowie durchgesetzte Vereinsverbote durch die Polizei Berlin, aber auch das gestiegene Mietenniveau innerhalb Berlins zu nennen.“

Heißt: Viel Kontrolle, hohe Kosten – das treibt die Szene aus der Stadt. Die mittlere Angebotsmiete – also der Preis für Neuvermietungen – ist in der Hauptstadt bis 2025 auf durchschnittlich 15,75 Euro pro Quadratmeter hochgeschossen. Doch ganz verschwinden die Rocker damit nicht aus Berlin.

Polizei sieht weiter Einfluss in Berlin

Stralau stellt klar: „Ungeachtet dieser räumlichen Verlagerungen ist aber davon auszugehen, dass die Einflussbereiche der betreffenden Gruppierungen weiterhin auch das Berliner Stadtgebiet umfassen.“ Trotzdem gibt es keine Hinweise auf neue Strukturen. „In Berlin sind der Polizei zum jetzigen Zeitpunkt keine ständigen Mitgliederwechsel bzw. Neugründungen von Gruppierungen oder deren Ableger bekannt.“

Das Logo der Hells Angels auf Jacken zweier Rocker (Archivfoto)

Das Logo der Hells Angels auf Jacken zweier Rocker (Archivfoto)

Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Keine Konflikte zwischen großen Clubs

Auch von offenen Machtkämpfen ist derzeit nichts zu sehen. Der Polizei liegen auch keine Erkenntnisse über bestehende Konflikte zwischen den großen Clubs – Hells Angels oder Bandidos – in der Hauptstadt vor. Fakt ist: Laut Polizeisprecher existieren in der Hauptstadt immerhin 22 Charter/Chapter (Ortsgruppen) verschiedener OMCGs (steht für „Outlaw Motorcycle Gang“) und ihrer Supporter.

Hunderte Rocker in der Hauptstadt

„Die Berliner Motorrad-Gangs haben zum jetzigen Zeitpunkt mehrere Hundert Angehörige.“ Eine beachtliche Zahl. Ob die Zunahme der Ortsgruppen und Mitgliederzahlen in Nordrhein-Westfalen möglicherweise Auswirkungen auf Berlin haben – unklar. Der Polizeisprecher verspricht: „Ungeachtet dessen beobachtet die Polizei Berlin die Entwicklungen auf bundesweiter sowie europäischer Ebene sehr aufmerksam und kontinuierlich.“ Ziel ist es, mögliche Veränderungen oder aufkommende Spannungen frühzeitig zu erkennen, um bei Bedarf schnell und angemessen reagieren zu können.

Erst am Dienstag gab es eine größere Razzia im Dealer- und Rockermilieu in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Es wurden 21 Objekte durchsucht und Drogen im Kilobereich, scharfe Waffen und mehrere Tausend Euro Bargeld sichergestellt.

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Drei Männer im Alter von 28, 29 und 44 Jahren sowie eine 34-jährige Frau sind festgenommen worden. Ihnen wird unter anderem der unerlaubte Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen und der Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Die kriminellen Rocker-Gangs werden von der Polizei der Organisierten Kriminalität zugerechnet. Laut Sprecher Martin Stralau zählen dazu Taten im Rotlichtmilieu sowie Drogen- und Waffenhandel.