Die Duisburger Grünen haben eine Drohung gegen ihre Geschäftsstelle erhalten. Die Nachricht ging nach Angaben der Partei über das Kontaktformular ein. Aus Vorsicht wurde das Büro am Philosophenweg am Mittwoch geschlossen, Polizei und Staatsschutz seien informiert, heißt es. Der Vorfall wird derzeit geprüft.
Nach Angaben eines Sprechers sei die Drohung konkret gewesen, in der Nachricht wurde demnach eine Straftat für den heutigen Mittwoch angekündigt. Weitere Details zum Inhalt der Nachricht will die Partei nicht veröffentlichen. Nach Informationen der Redaktion soll der Verfasser den Behörden bekannt sein.
In den vergangenen Jahren hat sich die Situation rund um die Geschäftsstelle zunehmend zugespitzt, heißt es aus der Partei. Immer wieder sei es zu Sachbeschädigungen gekommen, zum Beispiel durch beschmierte Fenster und Wände. Auch Anrufe, in denen die Mitarbeiter beleidigt werden, würden regelmäßig auftreten. Nach einem Einbruch seien die Sicherheitsmaßnahmen bereits verstärkt worden.
„Unsere Geschäftsstelle war als offener Ort für Austausch und Begegnung gedacht. Dass wir heute Türen schließen und Schutzmaßnahmen ausbauen müssen, zeigt, wie sehr sich das Klima verändert hat“, sagt Deborah Rapp, Sprecherin der Grünen Duisburg. Vera Kropp, ebenfalls Sprecherin des Duisburger Verbands, sagt: „Kritik gehört zur Demokratie. Drohungen und Gewalt nicht. Wenn aus Worten konkrete Einschüchterung wird, ist eine Grenze klar überschritten.“
„Die meisten von uns sind keine Berufspolitiker, es besorgt uns sehr, dass auch unsere angestellten Mitarbeiter in der Schusslinie stehen“, so ein Sprecher der Partei. Die Grünen werten den Vorfall als Teil einer zunehmenden Verrohung im politischen Alltag, auch ganz besonders auf der kommunalen Ebene.