Bei der SPD löst das Bauvorhaben an der Karl-Rudolf-Straße 178 geradezu allergische Reaktionen aus. „Das Vorhaben enthält alles, was wir ablehnen“, sagte Markus Raub an diesem Mittwoch im Planungsausschuss. Neue Hotels, gewerbliche Kurzzeitvermietungen – solcherlei lehnen die Sozialdemokraten vielerorts ab und fordern stattdessen Wohnungsbau, weil dieser den Menschen am meisten helfe. Die Wünsche der Investoren gehen oft in eine andere Richtung, und wenn das Baurecht es zulässt, muss die Kommune solche Projekte auch genehmigen. Deswegen enthielt sich SPD/Volt am Ende bei dem Projekt, Linke und Freie Wähler stimmten dagegen – aber CDU, Grüne, AfD und FDP sorgten mit ihrem Ja für eine breite Zustimmung.
In der März-Sitzung des Fachausschusses war die Vorlage von der Tagesordnung genommen worden, weil die Politik sich zumindest einen kleinen Teil Wohnungen gewünscht hatte. Bei dem Umbau des Geschäfts- und Bürohauses in zentraler Lage (früher war dort der bekannte Händler Hein Gericke untergebracht) hatte der Bauherr bis zur vierten Etage ein Hotel vorgesehen, darüber gewerbliche Kurzzeitvermietung und eine Büroetage.
Diese Pläne sind nun zumindest ein wenig abgeändert worden. Bis zur vierten Etage bleibt es bei dem ursprünglichen Antrag der Hotelnutzung, im fünften Obergeschoss ist weiterhin eine gewerbliche Kurzzeitvermietung geplant. Im sechsten Obergeschoss sowie in dem geplanten Staffelgeschoss sind nun jedoch sieben Wohneinheiten zur dauerhaften Vermietung vorgesehen. Die oberste Etage war bislang für Büros vorgesehen, diese sind vom Investor gestrichen worden.
Dass das Eckgebäude nahe der Oststraße und Graf-Adolf-Straße umgebaut und aufgestockt werden soll, ist seit einiger Zeit erkennbar. Es ist eingerüstet. Nach der Genehmigung des Bauantrags können die richtigen Arbeiten beginnen.