Unter dem Dach des Radsportvereins Stuttgart-Vaihingen gibt es Zuwachs: die Equipe Stuttgart Féminine. Wer und was steckt hinter dem Projekt?

Der Radsportverein Stuttgart-Vaihingen ist mit seinem Männerteam in der Bundesliga längst etabliert. Davon sollen nun auch die Frauen profitieren. Mit der Equipe Stuttgart Féminine wird in der Saison 2026 ein Rad-Team aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt in der Frauen-Bundesliga am Start sein. „Der Frauenradsport verdient mehr Bühne. Wir wollen junge Frauen im Leistungsradsport gezielt fördern“, sagt Sandra Geyer, die Teammanagerin, die sich gemeinsam mit Antje Jäger den Job teilt und auch selber im Team fährt. Der Schwerpunkt soll auf der Altersklasse U 23 liegen, denn, so weiß Geyer, „die Förderungsmaßnahmen der Landesverbände enden ja meist mit der U 19“.

Mit an Bord ist der Württembergische Radsportverband, der das Projekt mit Zuschüssen unterstützt. Über ein Crowdfunding-Projekt wurde im vergangenen Jahr das Geld für ein Trainingslager in Spanien finanziert, welches im Februar durchgeführt wurde. Auch ein Hauptsponsor ist gefunden. „Was wir noch gut brauchen könnten, sind ein Kleinbus und ein zweiter Renndienstwagen für die Rennen“, sagt Geyer.

Bundesliga-Saisonstart wird am 14. Mai in Waldburg sein, im Landkreis Ravensburg. Das Finale findet vom 4. bis 6. September im Rahmen des dreitägigen Rider-Man-Konkurrenz in Bad Dürrheim statt. Dazwischen liegen neun weitere Renntermine, um Punkte zu sammeln. Die Wettbewerbsstationen verteilen sich über Baden-Württemberg das Saarland und Hessen.

Einstweilen verläuft der Saisonauftakt vielversprechend. Bei anderen Rennen, außerhalb der Bundesliga, erreichten die Stuttgarterinnen gute Ergebnisse. Ende März schnappte sich Ilaria Rothe, amtierende baden-württembergische Vizemeisterin der Juniorinnen, beim Backnanger Straßenrennen den Sieg. Julia Servay, im vergangenen Jahr Dritte im Bahnvierer bei den U-19-Weltmeisterschaften in Apeldoorn/Niederlande, gewann den 84 Kilometer langen Schwarzbräu-Straßenpreis in Zusmarshausen. Am Ostermontag, beim 50. Rennen „Rund um Schönaich“, landeten Emily Fuchs, Ilaria Rothe und Julia Servay nach 63 Kilometern auf den Rängen vier, fünf und sechs. Und auch am vergangenen Wochenende gab es Podestplätze. Sandra Geyer gewann die Gesamtwertung der Tour de Allgäu, Katrin Weber wurde Vierte. Es läuft also schon wie geschmiert für die neu gegründete Mannschaft.

Die Fahrerinnen trainieren in der Regel in ihren jeweiligen Heimatorten und kommen unter der Woche auf rund zwölf bis 16 Stunden im Sattel. An den Wochenenden finden die Rennen statt. „Unser Ziel ist, dass wir als Team in der Bundesliga gut mitfahren, eventuell können wir auch in der U-23-Wertung gut mit dabei sein“, sagt Sandra Geyer.

Die Equipe Stuttgart Féminine: viermal jung, viermal erfahren

Das Stuttgarter Team besteht aus acht Fahrerinnen, die sich in zwei Kategorien unterteilen lassen: viermal jung, viermal erfahren mit regionalen Wurzeln. „Das war eine ganz bewusste Entscheidung. Die jungen Fahrerinnen können dann von den Älteren lernen, vor allem auch abseits der Rennen“, erklärt Antje Jäger, die zweite Teammanagerin.

Der erste Saisonhöhepunkt wird dann am 2. Mai im südbadischen Engen stattfinden, wo die baden-württembergischen sowie die süddeutschen Meisterschaften auf einem 8,56 Kilometer langen Rundkurs ausgetragen werden. „Da wollen wir uns weit vorne platzieren“, sagt Sandra Geyer. Es wäre ein weiteres Signal im Hinblick aufs Unternehmen Bundesliga.

Die Equipe Stuttgart Féminine

Fahrerinnen
Sandra Geyer (RSV Stuttgart-Vaihingen), Helen Helfen (TV Möve Schmelz), Katrin Weber (FCC Bodensee), Emily Fuchs, Katharina Becker (beide RSV Ellmendingen), Noemi Böttcher (VC Hohentwiel Singen), Ilaria Rothe (SC Furtwangen), Julia Servay (RSC Biberach).

Sportliche Leitung
Kati Rothe, Frank Riedel.

Teammanager
Antje Jäger, Sandra Geyer.

Physiotherapeutin
Tanja Böttcher.

Mechaniker
Frank Riedel, Robert Jäger.