
Der WM-Traum ist geplatzt: Serge Gnabry kann im Sommer wegen seiner Verletzung nicht mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft um den Titel spielen.
Der Traum von der Fußball-WM „ist für mich leider vorbei“, schrieb der Offensivstar von Bayern München bei Instagram.
Gnabry, der von Bundestrainer Julian Nagelsmann für die WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) fest eingeplant war, hatte sich am vergangenen Wochenende einen Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel zugezogen.
Der FC Bayern rechnete daraufhin mit einer „längeren Pause“, eine genaue Ausfallzeit für den 30-Jährigen ist weiterhin nicht bekannt. Für die WM hat Gnabry nun allerdings bereits traurige Gewissheit.
Gnabry: „Schwer zu verdauen“
„Die letzten Tage waren schwer zu verdauen“, schrieb Gnabry vor dem Halbfinale im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen: „Jetzt ist es an der Zeit, mich auf die Genesung zu konzentrieren und für die Saisonvorbereitung zurückzukommen.“
Wie für Bayern ist die Verletzung von dem zuletzt so formstarken Gnabry auch für Bundestrainer Julian Nagelsmann eine Hiobsbotschaft. „Es tut mir sehr leid für Serge. Das ist gerade im Saisonendspurt, in dem so große und wichtige Spiele anstehen, eine ganz bittere Nachricht“, hatte Nagelsmann zuletzt gesagt und berichtete, dass er mit dem Pechvogel nach Bekanntwerden seiner Verletzung telefoniert hatte: „Ich habe ihm gesagt, dass wir auch in der Nationalmannschaft alle hinter ihm stehen. Wir alle werden ihn bestmöglich unterstützen, damit er so schnell wie möglich wieder auf dem Platz stehen kann.“
Musiala nun im Fokus
Für Nagelsmann, dessen Team am 14. Juni gegen WM-Debütant Curaçao in das XXL-Turnier startet, dürfte der Ausfall die komplette Statik seiner Offensive verändern. Als Bayern-Stammspieler war Gnabry zuletzt im DFB-Team gesetzt. Sein Tempo, seine Erfahrung und seine Torgefahr standen als ideale Ergänzung zu den feinen Füßen um Florian Wirtz, Jamal Musiala und Kai Havertz.
Die größten Auswirkungen wird der Ausfall des vielseitig einsetzbaren Gnabry auf Musiala haben, denn er ist sowohl beim FC Bayern als auch im DFB-Team betroffen. Hatte der frühere Nationaltorhüter Oliver Kahn dem angehenden Fußball-Superstar unlängst noch zu einem WM-Verzicht nach langer Verletzungspause geraten, dürfte Musiala nun zum Schlüsselbaustein für Nagelsmann und Bayern-Trainer Vincent Kompany werden.
Auch der sportlich umstrittene Türkei-Legionär Leroy Sané und Bayern-Jungstar Lennart Karl dürften mit Blick auf die WM eine größere Rolle einnehmen als bislang gedacht. Karl laboriert selbst aktuell an einer Oberschenkelverletzung, sollte aber nicht allzu lange ausfallen.