Stand: 22.04.2026 20:42 Uhr

Bundesverteidigungsminister Pistorius und sein indischer Amtskollege Singh sind bei der Kieler Werft TKMS zu Besuch gewesen. Dabei geht um einen wichtigen Deal: nämlich um mögliche U-Boote für Indien.

Am Mittwochnachmittag ist Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Kiel gewesen. Zusammen mit seinem indischen Amtskollegen Rajnath Singh, der im Rahmen einer Deutschlandreise zu Gast ist, besuchte er die Kieler Werft TKMS. Im Fokus dabei: Ein möglicher Großauftrag. In Kiel werden U-Boote entwickelt und entscheidende Teile der Technik gefertigt. TKMS gilt deshalb als Favorit für den Bau von sechs neuen U-Booten für die indische Marine.

Milliarden-Deal für TKMS in Aussicht

Die Bestellung der U-Boote ist dabei offenbar bereits in Sicht. „Das deutsch-indische U-Boot-Projekt P75I gilt als potenzielles Leuchtturmprojekt. Aktuell laufen die innerstaatlichen Abstimmungsprozesse. Ich bin sehr zuversichtlich, schon bald unterzeichnen zu können – gerade nach den heutigen Gesprächen“, sagte Pistorius am Mittwoch in Kiel.

Die Verträge könnten bereits Anfang Mai unterzeichnet werden

Boris Pistorius (SPD), Bundesminister der Verteidigung und sein indischer Amtskollege Shri Rajnath Singh besuchen den U-Boot-Hersteller TKMS in Kiel.

Die indische Delegation um Verteidigungsminister Rajnath Singh bekam am Mittwoch Einblicke in die U-Boot-Fertigung bei TKMS.

Nach übereinstimmenden Berichten aus Branchen- und Regierungskreisen soll der Auftrag ein Gesamtvolumen von gut acht Milliarden Euro haben. Die Verträge könnten schon Anfang Mai unterschrieben werden.

Teile der Produktion sollen dabei im indischen Mumbai stattfinden – ein großer Anteil der Wertschöpfung und die technische Führung bleiben allerdings in Schleswig-Holstein, heißt es.

Kooperation mit Indien soll gestärkt werden

Mit der Unterzeichnung des Plans werde die „Rüstungsindustrielle Kooperation auf die nächste Stufe“ gehoben, betonte Pistorius. Die deutsche Marine hat in den vergangenen Jahren die Zusammenarbeit mit Indien intensiviert. Bisher mit gemeinsamen Übungen und der Präsenz im Indopazifik. Der mögliche Deal wäre dabei auch geopolitisch relevant: Indien zählt weltweit zu den größten Waffenimporteuren und orientiert sich zunehmend Richtung Westen. Deutschland könnte dabei eine wichtige Rolle spielen. Kiel würde als Standort im U-Boot-Bau weiter an Bedeutung gewinnen.

Video:
U-Boote für Indien: „Deal hätte strategische Bedeutung“ (3 Min)

Bereits im Januar war Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Indien zu Besuch. Auch dort ging es um mögliche Rüstungsaufträge der indischen Marine.

Das neue TKMS-Schild

Der Bundeskanzler will bei seinem Besuch mehrere Abkommen mit der indischen Regierung unterschreiben.

Fregatte vom Typ MEKO A-200AN, die F 911 'El Moudamir' vor Anker in der Strander Bucht.

Nach NDR Informationen steht der Abschluss eines Vorvertrages zwischen der Kieler Werft und dem Bund unmittelbar bevor.

TKMS von oben

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TKMS und der Werftbereich von oben

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