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Hamburg – Es ist ein unglaublicher Fall. Mitten in Hamburg ist der älteste Paternoster der Welt verschwunden. Und keiner will es gewesen sein. Die Behörden ermitteln. Und Pleitier René Benko (48) hat auch noch damit zu tun.

So viel ist unstrittig: Im 1908 in Hamburg erbauten Flüggerhaus wurde seinerzeit eine Weltneuheit eingeweiht: ein offener Paternoster. Irgendwann war das historische Teil überflüssig und wurde eingemauert und vergessen – bis es 2018 wiederentdeckt wurde. Eine Sensation!

1 Million Euro Kosten

Nur das Gebäude drumherum verrottete ewig weiter. Bis René Benko sich der Immobilie annahm. Der wollte viel sanieren, auch den Paternoster. Für eine Million Euro nahm Technik-Restaurator Patric Wagner den Auftrag an. Bis auf 216.000 Euro erhielt er auch sein Geld. Aber dann ging Benko spektakulär pleite. „Da war der Paternoster zu 75 Prozent restauriert“, sagt Wagner zu BILD.

Das ist ein Paternoster

Ein Paternoster ist ein Aufzug, bei dem mehrere offene Einzelkabinen permanent in einem Umlaufbetrieb fahren. Während die Kabinen auf einer Seite nach oben fahren, fahren sie auf der danebenliegenden Seite nach unten. Sie stehen nie still. Man kann während der Fahrt einfach ein- und aussteigen.

Das war der Paternoster gerade wiederentdeckt worden: Kunsthistoriker Robin Augenstein (l.) und Technikrestaurator Patric Wagner 2018 in zwei Fahrkabinen

Kunsthistoriker Robin Augenstein (l.) und Technikrestaurator Patric Wagner in zwei Fahrkabinen, als der seltene Fahrstuhl 2018 wiederentdeckt wurde

Foto: picture alliance/dpa

Dann übernahm der Hamburger Investor Harm Müller-Spree das Flüggerhaus. Die beiden trafen sich laut Wagner am 16. Juni 2025, um über einen Anschlussauftrag zu sprechen. Und ab da wird es geheimnisvoll.

Das Flüggerhaus soll noch dieses Jahr fertig saniert werden, Büros und Wohnungen sollen rein

Das Flüggerhaus soll noch dieses Jahr fertig saniert werden. Büros und Wohnungen sollen rein

Foto: IMAGO/Hanno Bode

Keiner will es gewesen sein

Laut Wagner war der Paternoster schon weitgehend intakt und fahrtauglich. Ein Betriebstest sei nur daran gescheitert, dass eine Verlängerungsschnur gefehlt habe.

Patric Wagner arbeitete im Februar 2024 an der Antriebseinheit des Paternosters

Patric Wagner arbeitete im Februar 2024 an der Antriebseinheit des Paternosters

Foto: Privat

Müller-Spree sagt dagegen zu BILD: „Als ich das Haus gekauft habe, war da nur ein Gestänge im Schacht. Fahrkabinen und alles andere fehlte. Ich gehe davon aus, dass das alles bei Herrn Wagner in der Werkstatt liegt.“ Der weist das zurück. Wagner zu BILD: „Bei mir liegt nichts mehr. Keine Holzteile, keine Portale, nichts. Ich habe alles ausgehändigt.“

Technikfreunde sind begeistert von den alten Fahrkabinen, die nach oben offen sind

Technikfreunde sind begeistert von den alten Fahrkabinen, die nach oben offen sind

Foto: picture alliance/dpa

Wie die zuständige Behörde reagierte

Fakt ist: Im Flüggerhaus ist der Paternoster jedenfalls nicht mehr. Davon haben sich Mitarbeiter der Denkmalschutz-Behörde am Montag überzeugt und erstmal den betreffenden Baustellenbereich stillgelegt. Man ist in heller Aufregung.

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Angezeigt hatte die Sache Restaurator Wagner. Der sagt zu BILD: „Ich bin da mit Bekannten zufällig vorbeigekommen und habe durch den Bauzaun sehen können, dass der Paternoster fehlt.“ Die zuständige Kulturbehörde will jetzt erstmal Ermittlungen einleiten: „Wir müssen das klären“, sagt Sprecher Enno Isermann zu BILD.