Die Freiwillige Feuerwehr Kalkum zeigt derzeit erhöhte Präsenz in ihrem Einsatzgebiet. „Save your Dorf“ steht auf den Flyern, die bei einer Show-Übung verteilt werden. Weiter heißt es: „Manche Superhelden tragen Umhang, manche Uniform und manche beides.“ Im Zeitraum Ende April bis Anfang Mai bietet sich für die Bevölkerung bei Mitmach-Übungen die Gelegenheit, für kurze Zeit Feuerwehrfrau oder Feuerwehrmann auf Probe zu sein. In realistischen Szenarien werden Interessierte aktiv eingebunden, um unter fachmännischer Leitung Abläufe und Gerätschaften zu testen.

Die erste dieser Übungen fand am Ortsrand an der Grenze zwischen Kalkum und Einbrungen statt. Dennis Rätzer, seit zwei Jahren Leiter der Löschgruppe, leitete den Ablauf und kommentierte die einzelnen Phasen über Mikrofon. Zunächst war nur ein Mannschaftstransportfahrzeug vorgefahren. Bei Einsätzen ergänzt dieser Wagen das große Löschfahrzeug, eins von dreien der Freiwilligen Kalkumer Feuerwehr. Neben den Feuerwehrleuten transportiert man hiermit auch kontaminierte Kleidung und Ausrüstungsgegenstände.

Die für die Übung gestellte Situation präsentierte einen Autounfall mit möglichen Verletzten. Auf der Unterdorfstraße stand hierfür ein eigens präparierter, brennender Pkw. Durch die Scheibe des Beifahrers war die Gestalt einer Person erkennbar. Rätzer: „Die Tür des Wagens ist verschlossen, und es ist nicht erkennbar, ob die Person ansprechbar ist. Daher müssen wir zunächst eine Zugangsöffnung schaffen. Ab diesem Moment übernimmt der Rettungsdienst. Er nimmt die Person in Augenschein und entscheidet über die Dringlichkeit des Rettungseinsatzes.“

Inzwischen war auch das Löschfahrzeug vorgefahren, zur Freude der schaulustigen Kinder auf den letzten Metern mit Blaulicht. Insgesamt zehn am Einsatz beteiligte Personen hatten um den großen Wagen ihre Position bezogen. Jetzt begann der Löschvorgang und war schnell erfolgreich beendet. „Feuer ist die größte Gefahr und muss als Erstes bekämpft werden. Wir führen 2000 Liter Wasser mit zum Einsatzort, daneben noch entsprechende Schaummittel“, hieß es vom Einsatzleiter. Wenn ein Einsatz gemeldet wird, informiert die Leitstelle alle ehrenamtlichen Mitglieder der Kalkumer Feuerwehr. Die verfügbaren Kräfte treffen sich am Gerätehaus auf der Edmund-Bertrams-Straße. Abhängig von der Fahrtstrecke schaffen sie es, in wenigen Minuten am Ort des Geschehens einzutreffen.

Insgesamt hat die Löschgruppe rund 30 Mitglieder, darunter vier Frauen. Weiterhin gibt es eine Jugendfeuerwehr für die 10 bis 17-jährigen Aktiven. Ab 18 Jahren können diese dann in der eigentlichen Löschgruppe ihren ehrenamtlichen Dienst tun. „Wir bemühen uns sehr um neue weibliche und männliche Mitglieder, vor allem um junge Leute“, erläuterte Dennis Rätzer. Doch angesichts der hohen Immobilienpreise sei es gerade für junge Familien schwierig, sich im Düsseldorfer Norden anzusiedeln.

Nach dem Löschen des Feuers am Pkw und dem Schaffen eines ersten Zugangs wurden zwei Kalkumer Zuschauer als Freiwillige eingesetzt, um mithilfe einer Metallschere und eines sogenannten „Spreizers“ den Pkw endgültig zu öffnen. Alle Geräte, die für einen Einsatz vor Ort erforderlich sind, waren vorher auf einer großen Plane bereitgelegt worden. Einschließlich einer gut bestückten Unfallkiste. Auch dieser Teil des Schau-Einsatzes konnte erfolgreich beendet werden. Zwei junge Mädchen, Rosalie und Annabel, zeigten sich besonders interessiert und wollen vielleicht der jungen Feuerwehr beitreten: „Aber eigentlich haben wir Angst vor Feuer.“

Die Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Kalkum sind längst in die Jahre gekommen. Dabei haben sie auch hoheitliche Aufgaben für den Stadtteil erfüllt: Bei Wahlen standen dort die Urnen, bis der Wahlvorgang in die Grundschule Kaiserswerth verlegt wurde. Dafür aber hat der Rat der Stadt dem Neubau eines Gebäudes für die Freiwillige Feuerwehr zugestimmt. Dieses wird direkt gegenüber dem Schützenplatz entstehen und hoffentlich bald seine wichtige Bestimmung erfüllen können.