Im bundesweiten Vergleich konsumieren Hamburger die zweitgrößte Menge Kokain. Eine neue Trend-Droge könnte aber zur Konkurrenz werden. Das zeigen die aktuellen Abwasseranalysen:

Zusammenfassung:

  • Hamburg liegt beim Kokainkonsum bundesweit auf Platz 2.
  • Auch Ketaminrückstände im Abwasser steigen stark an.
  • Hamburg bleibt trotz leichtem Rückgang Kokain-Hochburg.

Hamburgs Kanalisation zeigt, welche Drogen hier am liebsten konsumiert werden. Die jüngsten Messungen aus dem Abwasser ergeben ein klares Bild: Kokain bleibt die dominierende illegale Droge. Gleichzeitig steigen die Rückstände von Ketamin massiv an.

Kanalisation entlarvt Hamburgs Drogenkonsum

Die Hamburger Daten stammen aus der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten Christin Christ von März 2026. Grundlage dieser Angaben sind Messungen des Instituts für Hygiene und Umwelt. Seit März 2024 werden viermal im Jahr, jeweils eine Woche lang, Tagesmischproben am Klärwerk Köhlbrandhöft entnommen und ausgewertet.

Zuständig für die Probenentnahme ist Hamburg Wasser. Weil ein Teil des Abwassers auch aus Haushalten außerhalb der Stadt stammt, basiert diese Analyse auf rund 2,2 Millionen Menschen. Eine Zuordnung zu einzelnen Stadtteilen oder Bezirken ist dabei nicht möglich.

Neue Trend-Droge: Ketaminkonsum fast verdoppelt

Am stärksten fällt der Anstieg bei Ketamin auf. Für 2024 ergab sich ein durchschnittlicher Wert von 19 Milligramm pro 1000 Einwohner und Tag. 2025 lag dieser Wert bereits bei 34 Milligramm. Das entspricht einem Plus von knapp 80 Prozent. Die Analyse der europäischen Drogenbehörde Euda kommt für Hamburg auf einen ähnlichen Wert von 36 Milligramm. Das eigentliche Narkose- und Schmerzmittel, das in der Human- und Tiermedizin eingesetzt wird, taucht im Hamburger Abwasser damit nahezu doppelt so oft auf, wie ein Jahr zuvor. Die Euda-Werte sind allerdings nur eingeschränkt mit den Hamburger Messungen vergleichbar.

Anders sieht es beim Kokainkonsum aus. Laut Senatsantwort wurden 2024 im Schnitt 912 Milligramm pro 1000 Einwohner und Tag im Abwasser nachgewiesen, 2025 waren es dann „nur noch” 869 Milligramm. Trotz des Rückgangs bleibt Kokain die am häufigsten nachgewiesene Droge in Hamburg.

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Kokskonsum: Hamburg belegt bundesweit Platz 2

Zieht man die Euda-Daten heran, steht Hamburg auch im bundesweiten Vergleich weit oben. Danach ist Frankfurt mit einem täglichen Konsum von 724 Milligramm pro 1000 Einwohner Deutschlands Kokain-Hauptstadt. Hamburg folgt auf Platz 2 mit 707 Milligramm, Berlin liegt mit 644 Milligramm auf Rang drei. Die Daten zeigen einen europaweiten Trend: Die Kokain-Rückstände im europäischen Abwasser stiegen innerhalb des Jahres 2025 um 22 und bei Ketamin sogar um 41 Prozent. (js)