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München – Warmherziger, würdevoller Abschied von einem großen Unternehmer. Hunderte Menschen waren am Donnerstagvormittag in die Jesuitenkirche St. Michael in der Münchner Innenstadt gekommen, um Rudolf Brandl (†85) adieu zu sagen. Der gelernte Metzgermeister, der zusammen mit seiner Frau Evi (87) die Traditionsmetzgerei „Vinzenzmurr“ zum Erfolg führte, war am Karsamstag während einer Reise auf Gran Canaria überraschend gestorben.

Rudolf Brandl (†85) mit seiner Frau Evi (87) im Juli 2025 beim Open-Air-Konzert auf dem Gendarmenmarkt. Der gelernte Metzgermeister und die Unternehmerin waren 57 Jahre glücklich verheiratet

Rudolf Brandl (†85) mit seiner Frau Evi (87) im Juli 2025 beim Open-Air-Konzert auf dem Gendarmenmarkt. Der gelernte Metzgermeister und die Unternehmerin waren 57 Jahre glücklich verheiratet

Foto: Getty Images

Ein Dutzend Kerzen flackerten neben dem mit weißen Rosen üppig geschmückten Sarg. Daneben lächelte der Verstorbene verschmitzt auf einem Porträtfoto, ganz so, als wolle er sagen: „Schön, dass Ihr alle für mich gekommen seid.“ Das Orchester von St. Michael spielte Haydns Theresienmesse und Mozarts Ave verum corpus, der Chor und die Gemeinde sangen „Großer Gott wir loben dich“ und „Segne du, Maria“.

Abschied von Rudolf Brandl in der Jesuitenkirche St. Michael in der Münchner City. Der Sarg ist mit weißen Rosen geschmückt

Abschied von Rudolf Brandl in der Jesuitenkirche St. Michael in der Münchner City. Der Sarg ist mit weißen Rosen geschmückt

Foto: Stefan M. Prager

Unternehmerin Evi Brandl (87) vor der Kirche. Sie musste von ihrer großen Liebe Abschied nehmen

Unternehmerin und Aigner-Besitzerin Evi Brandl (87) vor der Kirche. Sie nahm Abschied von ihrer großen Liebe

Foto: Stefan M. Prager

Vinzenzmurr-Sohn hielt Gänsehaut-Rede

Sohn Markus Brandl eröffnete das Requiem mit einer berührenden Liebeserklärung an seinen Vater. „Papa war ein toller Mensch und für mich der stärkste Mann auf dem Planeten. Unser Beschützer, ein guter Zuhörer und wundervoller Ratgeber. Einer, der uns Kinder immer ermutigt hat. Der uns Schutz gab, Vertrauen, Freiräume und Liebe. Er war Visionär, Macher, Perfektionist, sehr gebildet und ein hervorragender Witze-Erzähler.“

Enge Freunde der Familie Brandl: Wiesnwirt Eduard Reinbold („Schützenfestzelt“) und seine Frau Petra

Enge Freunde der Familie Brandl: Wiesnwirt Eduard Reinbold („Schützenfestzelt“) und seine Frau Petra

Foto: Stefan M. Prager

Mit den Emotionen kämpfend fügte Markus Brandl hinzu: „Mama hat immer betont: der Rudi, das ist die Liebe meines Lebens. Ihr wart ein perfektes Traumpaar. Diese Liebe war für uns alle ein Fels und eine große Energiequelle.“

Marianne Wille (l., „Dallmayr“) kam mit Gastronomin Angela Inselkammer zur Trauerfeier

Marianne Wille (l., „Dallmayr“) kam mit Gastronomin Angela Inselkammer zur Trauerfeier

Foto: Stefan M. Prager

Auch die Schlagerstars Marianne und Michael Hartl erwiesen Rudolf Brandl die letzte Ehre

Auch die Schlagerstars Marianne und Michael Hartl erwiesen Rudolf Brandl die letzte Ehre

Foto: Stefan M. Prager

Evi Brandl: Es war Liebe auf den ersten Blick

Evi und Rudolf Brandl lernten sich in den 60er-Jahren beim Leonhardi Ritt in seiner Heimat Bad Tölz kennen. Dekan David Theil, der das Requiem leitete, erzählte den Trauergästen, dass Evi Brandl damals sofort gewusst habe: „Der oder keiner.“ Als sie 1969 heirateten, war die Braut bereits 10 Jahre im Familien-Unternehmen tätig, das ihr Großvater Vinzenz Murr 1902 als kleines Metzgergeschäft in Schwabing begründete. Mit ihrem Mann (und seit 1998 auch mit den gemeinsamen Söhnen Markus und Alexander) baute Evi Brandl ein Imperium mit 240 Filialen in ganz Bayern und mehr als 2.500 Mitarbeitern auf.

Seine letzte Ruhe fand Rudolf Brandl am Donnerstagnachmittag auf dem Nordfriedhof.

Vertreter der Stadt München: Manuel Pretzl (l., Fraktionsvorsitzender der Rathaus-CSU) und Ex-Wiesnchef und OB-Kandidat Clemens Baumgärtner

Vertreter der Stadt München: Manuel Pretzl (l., Fraktionsvorsitzender der Rathaus-CSU) und Ex-Wiesnchef und OB-Kandidat Clemens Baumgärtner

Foto: Stefan M. Prager