Jetzt steht sie wieder auf einer Stange, bereit zum Springen. Sie geht leicht in die Beuge, holt mit den Armen Schwung, stößt sich ab – und landet sicher. Erleichterung macht sich breit. Johanna lacht und setzt erneut zum Sprung an: „Gleich nochmal.“
Dass Parkour ein typisch „männlicher Sport“ sein soll, kann sie nicht bestätigen: „Da, wo ich trainiere, ist das Verhältnis von Männern und Frauen ziemlich ausgeglichen. Und da ist keiner, der irgendwie sexistisch ist oder so. Gar nicht. Die sind halt einfach alle cool miteinander. Also jeder ist willkommen, egal wie.“
Und so kann sie Mädchen und Frauen, die mit diesem Sport liebäugeln, nur raten: „Einfach machen, wenn du die Chance und Lust drauf hast. Parkour stärkt dein Selbstvertrauen oder gibt es dir zurück. Gerade, wenn vielleicht nicht so den Klischee-Rollen oder dem Erwartungsbild entsprichst. Weil es eine Nische ist, es nicht alle machen und vielleicht nicht mal kennen. Körpergefühl aufzubauen, mit sich selbst klarzukommen, sich selbst zu fordern, aber auch zu wissen: Das schafft mein Körper und das schafft er nicht. Es ist die Erfahrung ‚Mein Körper ist nice, so wie er ist und ich kann das und das einfach damit machen.‘“
Irgendwann wird die Stange für Johanna keine Hürde mehr sein. Dann wartet schon die nächste Herausforderung auf sie. Wer selbst neugierig geworden ist: Twio‑X bietet regelmäßige Trainings in Leipzig an – sowohl für Anfänger genauso wie für Fortgeschrittene.
* Bouldern: Klettern ohne Sicherungsseil auf geringer Höhe – die Absicherung erfolgt durch weiche Matten auf dem Boden
** Social Friday: zusätzliches Angebot des Vereins für Gruppenaktivitäten und geselliges Beisammensein, außerhalb des regulären Trainings
Dieser Artikel ist im Rahmen des Projekts „Bürger machen Journalismus“ entstanden.
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