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Waldenbuch (Baden-Württemberg) – Der Schokohersteller Ritter Sport setzt erstmals in seiner mehr als 110-jährigen Geschichte den Rotstift an. Nach einem Verlust im vergangenen Jahr soll in der Zentrale im schwäbischen Waldenbuch etwas mehr als jede zehnte Stelle in der Verwaltung wegfallen. Ein bitterer Schritt: Rund 70 Jobs sollen gestrichen werden.

Zuvor hatte die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet. Als Grund nennt das Familienunternehmen stark gestiegene Kosten, vor allem beim Rohstoff Kakao. Auch höhere Ausgaben für Energie und Verpackungen belasten das Geschäft. Gleichzeitig spürt Ritter Sport eine deutliche Kaufzurückhaltung bei den Kunden.

Stellenabbau trifft vor allem die Verwaltung

Der Stellenabbau soll nach Angaben des Unternehmens sozialverträglich erfolgen, betriebsbedingte Kündigungen sind jedoch nicht ausgeschlossen. Weltweit beschäftigt Ritter Sport rund 1900 Mitarbeiter, darunter 1000 allein in Waldenbuch. Mehr als 600 sind dort in der Verwaltung tätig. Genau diesen Bereich treffen nun die Jobkürzungen.

Ritter Sport in der Produktion, steigende Kosten setzen den Schokohersteller unter Druck

Steigende Kosten setzen den Traditions-Schokohersteller unter Druck

Foto: Marijan Murat/dpa

Die brisante Entwicklung: Trotz steigender Einnahmen rutschte das Unternehmen 2025 in die roten Zahlen. Der Umsatz stieg um rund 17,7 Prozent auf 712 Millionen Euro. Doch die massiven Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Produktion und Verpackung konnten damit nicht ausgeglichen werden. Zwar hat Ritter Sport die Preise für seine Tafeln (Slogan: „Quadratisch. Praktisch. Gut.“) erhöht. Die gestiegenen Kosten ließen sich jedoch nur teilweise an den Handel weitergeben. Gleichzeitig gingen die Verkaufszahlen zurück. Ein klares Zeichen dafür, dass die Verbraucher sich zurückhalten.

Mehr zum ThemaKakao wurde zum Preistreiber

Schokolade ist in den vergangenen Jahren ohnehin deutlich teurer geworden. Laut Statistischem Bundesamt lag der Preis im März rund 71 Prozent über dem Niveau von 2020. Hauptgrund waren schwächere Ernten in Westafrika durch Krankheiten und Extremwetter. Zuletzt entspannte sich der Markt etwas. Bessere Ernten sorgten dafür, dass die Kakaopreise wieder sanken. Einige Hersteller haben ihre Preise bereits herabgesetzt.