Gemeinde braucht Geld
Nürnberger Sebalduskirche kostet bald Eintritt
23.04.2026 – 17:36 UhrLesedauer: 1 Min.
Die Sebalduskirche in Nürnberg (Archivbild). Mit Einnahmen will die Kirchengemeinde den Erhalt der über 700 Jahre alten Stadtkirche dauerhaft sichern. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Maksim Zabarovskii/imago)
Das Betreten von Gotteshäusern ist in Deutschland weitgehend kostenlos. Nicht so in Nürnberg. Dort führen steigende Betriebskosten zu einer einschneidenden Maßnahme.
Die Sebalduskirche in Nürnberg führt Eintrittsgebühren ein. Ab 17. Mai zahlen Erwachsene, die das spätromanische Gotteshaus besuchen, fünf Euro – ermäßigt 2,50 Euro. Wer zum Beten, zum Gottesdienst oder in kirchlicher Funktion kommt, ist ausgenommen.
Pfarrer Martin Brons nannte als Grund für die Maßnahme gestiegene Kosten für Unterhalt, Restaurierung, Energie, Reinigung und Sicherheit sowie den organisatorischen Aufwand für die Öffnungszeiten. „Der Beitrag richtet sich an diejenigen, die die Kirche vor allem als kulturellen und historischen Ort besuchen und sich an ihrem Erhalt beteiligen möchten“, sagte er.
Dahinter steckt ein Problem, das viele Kirchengemeinden in Deutschland betrifft: Sinkende Mitgliedszahlen bedeuten weniger Kirchensteuer – und damit weniger Geld für die Instandhaltung der Gebäude. Die Sebalduskirche, die auf das 13. Jahrhundert zurückgeht und seit 1525 evangelisch ist, zählte nach Angaben der Gemeinde im vergangenen Jahr erstmals mehr als 500.000 Besucher.
Auch der Kölner Dom will ab Herbst Eintritt verlangen. Domdechant Robert Kleine hatte der „Kölner Rundschau“ erklärt, das im Dom aufgestellte Spendengefäß habe bei rund 20.000 Besuchern täglich manchmal nur 700 Euro eingebracht. Wie viel der Eintritt kosten wird, ist noch nicht entschieden.
Für die katholischen Kirchen in Bayern haben die bayerischen Bischöfe solche Gebühren zuletzt ausgeschlossen. Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz, erklärte bei der Frühjahrsvollversammlung, Eintrittsgebühren für touristische Besucher seien für die katholischen Kirchen im Freistaat „kein Thema“.
