Einige Ladestationen sind bereits seit Mitte März in Betrieb – jetzt ist der neue Ladepark der Stadtwerke Willich im Gewerbegebiet Münchheide V auch feierlich eröffnet worden. Knapp 80 Gäste seien dabei gewesen, berichten die Stadtwerke in einer Pressemitteilung. Willichs Bürgermeister Christian Pakusch (CDU) betonte, dass der neue Ladehub mit seinen 25 Ladestationen, 22 davon Schnelllader, für Willich einen weiteren Schritt Richtung Mobilitäts- und Energiewende bedeute: „Wir sehen ja zurzeit sehr deutlich, wie wichtig es ist, dass wir uns von den fossilen Energien unabhängiger machen. Die Elektromobilität ist da ein ganz wichtiger Baustein, ebenso wie die Windenergie-Anlagen, die zurzeit am Rande von Münchheide V und in der Dickerheide entstehen.“

Der neue Ladepark liegt an der Akira-Okada-Straße, direkt am Kreisverkehr zur Einfahrt ins Gewerbegebiet und nahe der Autobahn 44. Baustart war im August 2025, die Stadtwerke haben nach eigenen Angaben rund drei Millionen Euro investiert. Sie möchten Pendler ebenso ansprechen wie gewerbliche Nutzer: „Die in Münchheide V ansässigen Firmen sparen sich den DC-Lader auf dem eigenen Gelände; die Säulen des Ladeparks sind so konzipiert, dass auch kleinere Transporter wie Sprinter oder Crafter sie direkt anfahren können“, erläutert eine Sprecherin. Interessant sei „die Stromtanke“ auch für Menschen, die in den umliegenden Orten wohnen und keine Möglichkeit haben, an der eigenen Wallbox zu laden. Während ein Elektroauto an der DC-Säule in 20 bis 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent mit bis zu 400 kW geladen werde, vergehe die Wartezeit im Ladepark „bei Kaffee und Snacks in der klimatisierten Lounge“ schnell. An allen Stationen werde „100 Prozent Ökostrom“ geladen.

Paul Schrömbges, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stadtwerke, sieht in dem Ladepark ein gutes Beispiel dafür, wie Verkehrs- und Energiewende bestmöglich ineinandergreifen: „Die Solarmodule auf dem Dach des Ladeparks mit einer Spitzenleistung von 120 Kilowatt speisen den Strom in die Stationen der Stadtwerke ein“, sagte er bei der Eröffnung. Tafil Pufja, Geschäftsführer der Stadtwerke, ging in seiner Rede genauer auf die Ladestationen ein: „Zusätzlich zu unserer Eigenmarke mw autostrom stehen mit Tesla, Allego und Electra drei weitere namhafte Anbieter zur Auswahl“, sagte er. 50 Ladepunkte sind an den 25 Stationen vorhanden, davon 18 Ladepunkte der Stadtwerke-Eigenmarke.

Vor rund zwei Wochen waren sechs Stationen der Stadtwerke beschädigt worden, Unbekannte hatten die Ladekabel abgeschnitten und gestohlen. Pufja: „Es ist ein Materialschaden von rund 60.000 Euro entstanden — und das für 50 Euro, die man für ein Kabel auf dem Schwarzmarkt maximal bekommt. Wir haben den Diebstahl zur Anzeige gebracht und die Polizei ermittelt.“ Er gehe davon aus, dass diese Art von Vandalismus nicht mehr vorkomme, denn vor der Reparatur der Kabel werde die im Projekt vorgesehene Installation der Videoüberwachung abgeschlossen. Zudem sollen die Kabel jetzt eine spezielle Ummantelung bekommen, das soll Dieben das Leben schwer machen.