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Der Pokalsieger gewinnt vor 9000 Fans in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle auch gegen die Liga-Mannschaft der Stunde, schlägt Gummersbach 28:26 (13:12) und nimmt Kurs auf die Champions League.
Füchse Berlin gegen den VfL Gummersbach. Es geht um weit mehr als zwei Punkte. Wer dieses Duell in der Daikin Handball-Bundesliga gewinnt, rückt dem begehrten Champions‑League‑Platz entscheidend näher. Wer verliert, ist im Rennen um Rang zwei – hinter dem im Meisterkampf enteilten SC Magdeburg – fast schon außen vor. Entsprechend geladen ist die Partie: Die Füchse kommen mit breiter Brust und dem Pokalsieg im Rücken, Gummersbach mit einer Respekt einflößenden Serie – elf Siegen in Folge. Aber der letzte Sieg der Gummersbacher in Berlin ist neun Jahre her (28:27 am 31.7.2017).
Füchse-Boss Bob Hanning (58), mit dem schrillsten Pullover, den er je getragen hat (komplett in Glitzer-Gold, von „Bonjour“ am Kudamm, Einzelstück), sieht auf der Tribüne eine Berliner Achterbahn-Halbzeit. Die Berliner gehen zwar schnell mehrmals mit vier Toren in Führung (8:4/16.), verpassen aber, sich abzusetzen. Grund: die ungewöhnlich vielen Fehlwürfe. Insgesamt 9-mal verballern die Füchse bereits in der 1. Hälfte (13:12) ihre Chancen. Vor allem von außen will der Ball nicht ins Gummersbacher Netz. Dass der VfL nicht schon längst führt, liegt an Füchse-Keeper Dejan Milosavljev (30), der seine Berliner im Spiel hält. Wieder überragend seine Quote mit insgesamt 19 Paraden (davon drei Siebenmeter).
Foto: BILD
Hanning in der Halbzeit bei Dyn: „Gummersbach macht es in der Abwehr gut, aber wir verballern auch zu viel.“
Gesprächsthema Nummer 1 bei diesem Spiel. Geht der Pokal-MVP, Lasse Andersson (32), bei seiner Rückkehr nach Dänemark im Sommer dort wirklich in die zweite Liga? BILD berichtete über den Plan, dass der Klub daran arbeitet, ihn doch noch in Berlin zu halten, sollte Anderssons neuer Klub (HØJ Håndbold) wirklich absteigen. Hanning bestätigt das bei Dyn: „Also mir haben die dänischen Experten versichert, auch wenn HØJ in der Relegation spielt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die absteigen. Aber wir werden uns natürlich in jedem Fall mit Lasse unterhalten, sollte dieser Fall eintreten. Der wird auf gar keinen Fall dort in der 2. Liga spielen.“
Füchse stoppen Gummersbach: Hannings Gold-Pulli bringt nächsten Sieg
Trainer Nicolej Krickau (39) ergänzt: „Klar, würden wir Lasse gern behalten, aber er hatte ja auch seine Gründe, warum er zurück in die Heimat will. Als Freund und Mensch wünsche ich ihm natürlich, dass er mit HØJ dort 1. Liga spielt, als Trainer hätte ich ihn natürlich gern weiter hier.“
Und Andersson sagt dazu: „Ja, das ist eine schwierige Situation, aber ich vertraue darauf, dass die Jungs in der 1. Liga bleiben. Mich beschäftigt das nicht, andere Aufgaben mit den Füchsen sind jetzt wichtiger.“
Das Spiel seltsam. Gefühlt haben die Füchse alles im Griff, sind überlegen, führen auch in der 2. Hälfte mit drei Toren – 20:17 (45.), doch Gummersbach kommt immer wieder ran (22:22/52.). Die vielen Fehlwürfe (insgesamt 14) des neuen Pokalsiegers und Meisters machen das Spiel zum Krimi. Mathias Gidsel (27) macht neben den Paraden von Milosavljev mit seinen 11 Toren den Deckel drauf auf den Sieg.
