Zuerst waren sie Freunde und sind nun auch Kollegen. Für Samuel Coppes und Michael Mutzbauer ein gleich doppeltes Geschenk. Mutzbauer wurde im Februar vom Presbyterium der evangelischen Gemeinde Benrath/Hassels zum Pfarrer gewählt, seit 1. April ist der 33-Jährige nun auch offiziell im Amt. Sein Einführungsgottesdienst findet am Pfingstsonntag, 24. Mai, 15 Uhr, in der Benrather Dankeskirche statt.

Wobei Mutzbauer für die Mitglieder der Gemeinde kein Unbekannter ist. Im September 2025 kam er als Pfarrer im Probedienst, um die nach dem Weggang von Florian Specht vakante Stelle zu besetzen. Samuel Coppes (40) ist schon seit gut zwei Jahren in der Evangelischen Kirchengemeinde Düsseldorf-Benrath tätig, zu der auch der Bereich Hassels mit der Anbetungskirche gehört. Aktuell hat er als Pastor seinen Stellenumfang auf 70 Prozent erhöht. Coppes ist offiziell als Diakon angestellt, aber auch für pastorale Dienste zuständig.

Kennengelernt haben sich die beiden schon vor einigen Jahren in der Bewegung „Fresh Expressions of Church“ unter dem Dach der Evangelischen Kirche in Deutschland. Dabei geht es darum, auf Menschen zuzugehen, die bisher keinen Kontakt zur Kirche oder zu einer Gemeinde haben. Dabei werden auch neue Formen von Kirche ausprobiert.

Und was liegt da nicht näher, als zusammen in einer Gemeinde zu arbeiten und dort einerseits neue Ideen zu wagen, dabei aber auch das, was jetzt schon gut funktioniert, nicht aus den Augen zu verlieren. Heißt: Menschen mit ihrer Leidenschaft für Kirche und den Glauben anzustecken. „Kirche“, sagt Samuel Coppes, „soll freundlich sein.“

Natürlich wissen die beiden um die großen Herausforderungen, vor denen auch die evangelische Kirche steht. Aber davor schrecken sie nicht zurück. Sie sind davon überzeugt, dass diese eine Zukunft hat. Und das haben sie auch schon vor Ort erfahren. „Als ich nach Benrath kam, ergab es sich schnell, dass sich ein Team aus 20 Menschen fand, die alle so zwischen 25 und 40 sind, und Lust haben, mit uns zusammen Kirche und Gemeinde zu gestalten“, erzählt Mutzbauer. Dabei ist ihnen wichtig, langjährige Gemeindeglieder nicht aus den Augen zu verlieren. „Wir hatten an Gründonnerstag einen Gottesdienst mit professioneller Musikbegleitung und haben dabei auch modernere Kirchenlieder gesungen. Danach ist eine 94-Jährige zu mir gekommen und sagte, was das für eine schöne Atmosphäre gewesen sei“, erzählt Samuel Coppes.

Natürlich will das Team um das pastorale Duo auch neue Formate ausprobieren, wie die „Kirche Kunterbunt“ für Familien mit kleinen Kindern am 27. Juni in der Anbetungskirche. Und auch für das Sommerfest haben sie große Pläne. Sie träumen davon, dafür die Erich-Müller-Straße zu sperren und alle zum Mitfeiern einzuladen. Ob die beiden dann wieder zu Barkeepern werden wie bei der traditionellen Dankesfeier für die Ehrenamtler im Januar? Oder sind sie dann eher als Barista an der Siebträgermaschine zu finden? Die beiden teilen nämlich außer der Kirche und dem Glauben noch andere Leidenschaften: Die für guten Kaffee, Gespräche und Musik. Beide spielen nämlich auch noch Gitarre.

Wer weiß, vielleicht mag das für Außenstehende fast zu viel des Guten sein. Doch man merkt den beiden an: Da haben sich zwei – wenn vielleicht auch nicht gesucht – aber dann doch gefunden. Für die Gemeinde, die in den vergangenen Jahren unter personellen Umbrüchen und Kürzungen litt, eine Chance, mit neuem Elan durchzustarten.

Auch davon haben die beiden eine Menge. Als sich in Düsseldorf keine Gemeinde darum riss, am 10. Mai – und damit rund ein Jahr vor dem evangelischen Kirchentag in der Landeshauptstadt – einen Gottesdienst zu feiern, bei dem die Motiv-Kampagne für die mehrtägige Veranstaltung vorgestellt werden soll, sagten Samuel Coppes und Michael Mutzbauer: „Wir haben Lust, das zu machen.“ Also findet der Gottesdienst nun ab 17 Uhr in der Benrather Dankeskirche statt.