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Der Schokoladenhersteller Ritter Sport baut erstmals Stellen in der Verwaltung ab. Für das Familienunternehmen ist der Schritt eine Zäsur.
Stuttgart – Was im Jahr 1912 in Stuttgart-Bad-Cannstatt begann, ist heute eine Marke von Weltruf. Die Marke Ritter Sport der Alfred Ritter GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Waldenbuch (Kreis Böblingen, Baden-Württemberg) ist im Bereich der Tafelschokolade nach Milka die Nummer 2 in Deutschland. Die aktuelle Kaufzurückhaltung hat sich im vergangenen Jahr aber auch bei dem traditionsreichen Familienunternehmen bemerkbar gemacht. Ritter konnte zwar den Umsatz steigern, musste aber einen massiven Gewinnverlust hinnehmen. Nun zieht das Unternehmen Konsequenzen.
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Wie zuerst die Lebensmittelzeitung berichtete, will die Alfred Ritter GmbH & Co. KG erstmals in der über 110-jährigen Firmengeschichte Stellen in der Verwaltung abbauen. Konkret soll in diesem Bereich am Stammsitz in Waldenbuch jede zehnte Stelle wegfallen, wie das Unternehmen inzwischen auch der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigt hat. Die Mitarbeiter wurden demnach am Dienstag (21. April) über die Maßnahme informiert. Ritter Sport hatte sich im vergangenen Jahr einen Rechtsstreit mit einem kleinen Familienunternehmen geliefert.
Alfred Ritter baut Stellen in der Verwaltung ab – betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen
Die Alfred Ritter GmbH & Co. KG, die eben hauptsächlich für die Marke Ritter Sport bekannt ist, wurde im Jahr 2024 zum beliebtesten Familienunternehmen Deutschlands gekürt. Der aktuellen Marktlage kann sich das Traditionsunternehmen aber eben nicht entziehen. Der dpa zufolge arbeiten von den weltweit rund 1.900 Mitarbeitern etwa 1.000 am Stammsitz in Waldenbuch. Davon sind wiederum rund 600 in der Verwaltung tätig, was bei einem Abbau von etwas mehr als zehn Prozent also rund 70 Arbeitsplätze betrifft.
Als Ursachen für die erstmals notwendige Maßnahme führte ein Sprecher massiv gestiegene Preise für Rohstoffe an – insbesondere für Kakao. Darüber hinaus hätten zuletzt auch höhere Kosten für Energie und Verpackungsmaterialien das Geschäft unter Druck gesetzt. Gleichzeitig sei eine spürbare Zurückhaltung der Verbraucher beim Kauf festzustellen. Der geplante Stellenabbau solle laut dem Sprecher so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden. Betriebsbedingte Kündigungen ließen sich dennoch nicht vollständig ausschließen.
Laut einer Umfrage ist der Schokoladenhersteller Ritter Sport aus Waldenbuch das beliebteste Familienunternehmen Deutschlands. © Felix König/WikipediaRitter Sport: Familienunternehmen konnte Umsatz steigern, rutschte aber dennoch in rote Zahlen
Ritter Sport hatte nach eigenen Angaben die Preise für die charakteristischen Quadrat-Schokoladentafeln erhöht. Das konnte aber nicht an den Handel weitergegeben werden. Dadurch konnte das Familienunternehmen im Geschäftsjahr 2025 zwar den Umsatz steigern, rutschte beim Betriebsergebnis aber in die roten Zahlen. Daraufhin hatten die Waldenbucher angekündigt, die Kostenstruktur vereinfachen zu wollen, und greifen nun erstmals zu einem Personalabbau. (Verwendete Quellen: lebensmittelzeitung.net, dpa, eigene Recherche)