Zum Internationalen Tag des Versuchstiers veröffentlicht die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ihre Versuchstierzahlen für das Jahr 2025: Demnach wurden im vergangenen Jahr 34.714 Tiere für die biomedizinische Forschung eingesetzt. Das sind einer Mitteilung der Uni zufolge 7099 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig ist an der HHU das bundesweite Verbundprojekt Trackin gestartet, das Tierwohl und Forschungsqualität verbessern soll.
Der überwiegende Teil der eingesetzten Tiere entfiel auf Mäuse und Ratten, in geringerem Umfang wurden auch Tauben und Kaninchen verwendet. „Die Zahlen verdeutlichen das Grunddilemma der biomedizinischen Forschung: Einerseits ist der Einsatz von Tieren in bestimmten Bereichen nach wie vor notwendig, andererseits arbeiten Forschungseinrichtungen kontinuierlich daran, die Zahl zu senken“, teilt die Uni mit.
„Trotz vieler technischer Fortschritte ist es zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht möglich, in der biomedizinischen Forschung vollständig auf Tierversuche zu verzichten“, sagt Sabine Bischoff, Leiterin der Zentralen Einrichtung für Tierforschung und wissenschaftliche Tierschutzaufgaben an der HHU. „Dennoch arbeiten wir daran, die Zahl der Tierversuche zu verringern und da, wo Tierversuche weiterhin nötig sind, diese zu optimieren.“
Ein zentraler Baustein dieser Weiterentwicklung ist das Verbundprojekt Trackin (Training for Refinement, Laboratory Animal Care and Knowledge Implementation), das am 1. April an der HHU gestartet ist. Beteiligt sind neben der HHU auch die Charité in Berlin und die Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.
Es soll ein deutschlandweites Trainings- und Kurssystem aufgebaut werden, das verbesserte Handling- und Applikationstechniken bei Mäusen und Ratten vermitteln, standardisieren und langfristig in der Forschungspraxis verankern soll. Ergänzend entsteht ein Netzwerk, das den Austausch zwischen Forschungseinrichtungen, Tierhaltungen und Kompetenzzentren stärken soll.