Das Ziel lautet mehr Unabhängigkeit von den USA. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) und seinem kanadischen Kollegen Evan Solomon haben das deutsche KI-Unternehmen Aleph Alpha und die kanadische Firma Cohere ihren Zusammenschluss verkündet.

Wildberger begrüßte die Fusion als „ein starkes Signal für den KI-Standort Deutschland“. Was hier entstehe, sei ein deutsch-kanadisches KI-Modell, das sicher, souverän, wettbewerbsfähig sei. Deutschland brauche eigene Entwicklungen. „Deshalb setzen wir selbstbewusst auf eigene Technologie und machen digitale Souveränität zu einem wesentlichen Kriterium bei öffentlichen Aufträgen“, so Wildberger weiter. So entstehe eine echte Alternative – „Made in Germany, made in Canada.“

Auch Kanadas Minister für künstliche Intelligenz und digitale Innovation, Evan Solomon, zeigte sich erfreut über die Kooperation: „Mit Deutschland und Kanada haben wir zwei Länder, die sehen, wie sich die Welt verändert und zusammenkommen möchten“, sagte Solomon. „Künstliche Intelligenz ist die Transformation unserer Zeit“, so der kanadische Minister weiter. Allerdings brauche es dafür mehr als nur einige wenige Akteure.

Das Gemeinschaftsunternehmen werde gemeinsam mit der Schwarz Gruppe, deren Unternehmen rund 500 Millionen Euro als „strukturierte Finanzierung“ bereitstellen würden, souveräne KI-Angebote entwickeln. Es geht demnach darum, „eine sichere Alternative für den KI-Einsatz“ besonders in den Bereichen Verwaltung, Finanzen, Verteidigung, Energie, Telekommunikation und Gesundheitswesen anzubieten.

Deutschland könne von Kanada vieles lernen, sagte Wildberger. „Kanada verfügt über Forschung im Bereich künstliche Intelligenz auf Weltniveau.“ Essenziell für die Entwicklung von KI-Modellen sei Domänenwissen. „Und dafür haben wir Champions in Deutschland und Kanada.“ Mit dem Zusammenschluss von Cohere und Aleph Alpha müsse man sich auch vor den führenden Unternehmen in den USA nicht verstecken.

Gemeinsam mit der Schwarz Gruppe, Muttergesellschaft von Lidl und Kaufland, sollen souveräne KI-Angebote entwickelt werden. Die Digitalsparte der Schwarz Gruppe will sich als europäische Alternative zu Cloud-Computing-Marktführern aufstellen. So werden etwa elf Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum in Lübbenau im brandenburgischen Spreewald investiert.