Die Berliner Firma Talon.One gehört künftig zum niederländischen Zahlungsdienstleister Adyen. 750 Millionen Euro zahlen die Niederländer nach Angaben von Talon.One für die Übernahme. In der zweiten Jahreshälfte soll die Transaktion abgeschlossen sein.
„Warum Adyen, und warum gerade jetzt? Adyen hat die weltweit führende Zahlungsinfrastruktur aufgebaut und verfügt über die dazugehörigen proprietären Transaktionsdaten“, schreibt Sebastian Haas auf LinkedIn. Er ist einer der zwei Talon.One-Gründer. „Wir haben die Engine entwickelt, die diese Daten in Echtzeit beim Bezahlvorgang auf SKU-Ebene in konkrete Maßnahmen umsetzt.“
2015
haben Christoph Gerber und Sebastian Haas Talon.One in Berlin gegründet.
SKU ist die Abkürzung für „stock keeping unit“. Dabei handelt es sich um Artikelnummern, die Talon.One verwendet, um Produkte innerhalb von Rabatt- und Treuekampagnen zu identifizieren und in Echtzeit auf einen Kunden zuzuschneiden. Anders gesagt: Händler können mit der Software ihre Gutscheine so personalisieren, dass nicht jeder die gleichen Angebote erhält. Adyen wiederum gewährleistet, dass Transaktionen sicher ablaufen. Die Firma ist ein Rivale des US-Zahlungsdienstleisters Paypal.
Gründer wollen in Adyen investieren
Für Christoph Gerber, den anderen Gründer, ist es bereits der zweite Sensationsdeal in seiner Karriere. 2014 hatte er das ebenfalls in Berlin gegründete Start-up Lieferando in die Niederlande verkauft. Heute ist Lieferando Teil des Konzerns Just Eat Takeaway.
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In der Regel haben vor dem Verkauf eines Start-ups, dem sogenannten Exit, Geldgeber wie Banken oder Risikokapitalgesellschaften Starthilfe geleistet, zum Beispiel in Form von Eigen- oder Fremdkapital. So war es auch bei Talon.One: 2025 hatte das Unternehmen in einer Finanzierungsrunde 114 Millionen Euro erhalten. Laut Handelsregister halten die beiden Gründer derzeit noch 35,8 Prozent der Anteile. Zugleich kündigten sie an, einen erheblichen Teil ihres Erlöses in Stammaktien von Adyen reinvestieren zu wollen.