Er ist wieder da. Dass Ministerpräsident Daniel Günther wohlbehalten von seiner Reise nach Osteuropa in Schleswig-Holstein angekommen ist, dürfte vor allem seine Familie freuen. Doch der CDU-Politiker hatte selbst von ungewöhnlichen Orten den Kontakt gehalten. So suchte er sich etwa auf dem Warschauer Flughafen eine ruhige Ecke, um noch einmal kurz per Videotelefonat mit seiner Frau und beiden Töchtern zu sprechen. Ein paar irritierte Blicke polnischer Passanten erntete der Mann, der da so freudig und ausdauernd in sein Telefon winkte, dann doch. Aber das war natürlich egal, denn manchmal muss man einfach nur Papa sein.

Flug oder Nicht-Flug? Das ist hier die Frage für Daniel Günther

Welche langfristigen Effekte sich aus der Reise ins Baltikum ergeben, muss die Zeit zeigen. Ein paar Veränderungen aber waren schon vor Ort sicht- und vor allem hörbar. Während des Besuchs der Kabinettssitzung von Lettlands Ministerpräsidentin Evika Silina in Riga jedenfalls saßen nicht Daniel Günther aus Schleswig-Holstein und Peter Tschentscher aus Hamburg mit am großen Tisch, sondern Daniels Ginters aus Šlēzvigas-Holšteinas und Pēters Čenčers aus Hamburgas. Kleiner Hinweis für das nächste Telefonat mit den Töchtern: Papa heißt auf Lettisch Tēvs.

Gastfreundschaft: Die Namen der Regierungschefs wurden der Landessprache angepasst.
Foto: Martin Schulte

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Dienstreisen kosten Geld, da liegt es nur nahe, wenn die Regierung an anderer Stelle sparen muss. Und das betrifft auch die Parteien. Dadurch erklärt sich auch der Versprecher von Martin Balasus, der auf die Autonomie der Hochschulen wie der Christian-Albrechts-Universität (CAU) in Kiel hinweisen wollte. „Die Rücklagen gehören allein der CD …, äh ich meine natürlich der CAU“, sagt der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, der aber zugab: „Jetzt hätte ich fast CDU gesagt.“

Redaktion

Und gleich noch mal Martin Balasus. An dieser Stelle war ja schon einmal von originellen Überschriften in Pressemitteilungen des CDU-Abgeordneten die Rede. Zum Welttag des Buches in dieser Woche hat er nun gleich noch eine produziert: „Achtung! Lesen gefährdet die Dummheit!“, titelte er mit zwei Ausrufezeichen. „Lesen erschließt uns die Welt, wir lernen unsere Umwelt und uns selbst besser kennen oder tauchen sogar in ganz andere Welten ab.“ Im Kern sei die Lesefähigkeit ein entscheidender Faktor für eine funktionierende Demokratie. Und: „Erst durch Aufnahme von Information wird ein Abwägen und Urteilen möglich.“ Es hätte keine bessere Werberede für unsere Redaktion geben können.

In Schleswig-Holsteins Landeshaus kochen doch alle nur mit Wasser – nur mit welchem?

Richtung

Nicht nur bessere, sogar beste Bildung wollen alle Fraktionen im Landtag. „Und das ist ja ein Superlativ“, sagt Martin Habersaat. „Als Deutschlehrer habe ich ein Faible dafür“, erklärte der Bildungspolitiker von der SPD. Nur sei Bildungsministerin Dorit Stenke davon weit entfernt, meint Habersaat mit Blick auf die Einsparungen bei den Hochschulen. „Da muss man schon hoffen, dass das irgendwie nur mal in die richtige Richtung geht.“

Reaktion

Dabei läuft es bei der SPD wieder richtig gut. Nachdem wir an dieser Stelle jüngst über die Signatur aus der Pressestelle der SPD-Fraktion berichtet haben, die auf einen Mitbewerber hindeuteten, scheint das Problem nun gelöst. Jedenfalls lädt Pressesprecher Heimo Zwischenberger jetzt nur noch mit einem Logo zum Pressegespräch, und zwar dem der Fraktion. Es ist also passend zur letzten Einladung zum Thema „Alles auf Schiene“ jetzt wohl wirklich alles digital aufs richtige Gleis gesetzt.

Timmy schwamm nur kurz: Buckelwal sitzt auf nächster Sandbank fest

Revolution

Das ist doch mal ein Intro: „Menschsein ist die Hauptsache von allem. Und das heißt fest und klar und heiter sein. Ja, heiter, trotz allem.“ Das habe die Sozialistin Rosa Luxemburg so oder so ähnlich vor mehr als 100 Jahren geschrieben, heißt es in den neuesten „Nationalpark Nachrichten“. Redaktion: Anneliese Smuda. Heute sei das aktueller denn je.

Denn die Abwesenheit von „Menschsein“ bedeute Deepfakes, dass Großmächte immer größer werden wollen und dass online zum Teil absurde Diskussionen über die Rettung eines Meeresriesen geführt werden. Auf einmal seien alle Walexperten: „bis im Sommer alle auf Bundestrainer umschulen“. Fest und klar und heiter sein – das helfe aber, heißt es in dem Newsletter. „Es hilft, kluge, menschliche Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel, wann es besser ist zu reden, zu handeln oder gerade dieses nicht zu tun.“ Wohl wahr. Und deshalb schweigen wir jetzt. Bis nächste Woche.