Luftaufnahme vom Doberaner Münster

AUDIO: Bad Doberan: Ingenieure ehren die Baumeister des Münsters (5 Min)

Stand: 24.04.2026 16:45 Uhr

Als erster Kirchenbau in Deutschland hat das Doberaner Münster den Titel „Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“ erhalten. Die Erbauer im späten 13. Jahrhundert seien geniale Pioniere der Backsteingotik im Ostseeraum gewesen, begründete die Bundesingenieurkammer die Auszeichnung.

Bisher gab es diese Ehrung für Brücken, Tunnel und Talsperren. Gewürdigt wird mit dem Preis die frühe anspruchsvolle technische Ingenieurleistung, wie zum Beispiel ein komplexes Dachtragewerk oder mittelalterliche Zimmermannstechniken.

Im Rahmen der Verleihung am Freitag wurde auch die Publikation vorgestellt, die Baugeschichte, Konstruktion und die ingenieurtechnische Bedeutung des Münsters umfassend darstellt sowie zentrale Aspekte eines mittelalterlichen Großbaus nachvollziehbar macht.

Doberaner Münster hat die Maße einer Kathedrale

Autor Christian Kayser beschreibt die Kirche darin als „Pionierbau“. Es stehe exemplarisch für die baukulturelle Leistung einer Epoche und einer Region. Die in diesem Zusammenhang entwickelten Bauweisen prägten den Kirchenbau im Ostseeraum über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg.

Mit einer Länge von 81 Metern, einer Breite von 40 Metern und einer Raumhöhe von 26 Metern hat das Doberaner Münster die Maße einer Kathedrale. Es dokumentiert die erfolgreiche Übertragung der im Natursteinbau entwickelten gotischen Konstruktionsprinzipien auf das Material des Ziegels. Dabei entstanden eigenständige Lösungen, die den innovativen Charakter des Bauwerks bis heute ablesbar machen.

Zwei Spaziergänger gehen über eine kleine Brücke, im Hintergrund das Bad Doberaner Münster.

Bekannt ist Bad Doberan für Klosterkirche und Bäderbahn. Auf mehreren Spazierwegen kann man weitere Ecken der Stadt entdecken.

„Bauwerke prägen Menschen und Regionen“

In der filmischen Dokumentation zur Auszeichnung betont Münsterkustos Martin Heider: „Dadurch, dass ich sehr viel in den historischen Akten forsche, ist mir bewusst, in welch‘ schlechtem Zustand das Münster in manchen Jahrhunderten war. Heute dazu beitragen zu können, dass diese vor über 700 Jahren erbaute Kirche und deren reiche Ausstattung erhalten bleiben kann, ist eine sehr schöne Aufgabe. Wir sind dankbar über die Fördergelder und Spenden, die dies ermöglichen.“

Christian Pegel, Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Inneres und Bau pflichtet ihm bei: „Bauwerke prägen Menschen und Regionen. Das Doberaner Münster unterstreicht dies eindrücklich. Die bautechnische Bedeutung des Münsters ist dagegen vielen Menschen sicherlich nicht bewusst.“

Die Ehrung mache deutlich, das man die Geschichte kennen müsse, um die Zukunft zu gestalten, erklärte Gesa Haroske, Präsidentin der Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommerns: „Die Pflege der Baukultur ist uns ein wichtiges Anliegen. Die Würdigung des Doberaner Münsters durch die Bundesingenieurkammer wird noch mehr Aufmerksamkeit auf dieses technische Denkmal in Mecklenburg lenken.“

Auszeichnung wird seit 2007 vergeben

Die Bundesingenieurkammer ehrt seit 2007 historisch bedeutende Ingenieurbauwerke mit dem Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“.

In den vergangenen Jahren wurden im Norden unter anderem die Nordschleuse in Bremerhaven (2020), der Teepott Warnemünde (2018), die Hamburger Großmarkthalle (2017), die Rendsburger Hochbrücke (2013) und der alte St.-Pauli-Elbtunnel (2011) ausgewählt.

Der Innenraum mit Kreuzaltar des Doberaner Münster mit dem gekreuzigten Jesus.

Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren übernehmen die Führung durch die historischen Mauern – Eltern werden geduldet.

Der Eingangsbau des Alte Elbtunnels in Hamburg, von der Elbe aus gesehen.

Zu Fuß unter der Elbe entlang laufen – das geht im Alten Elbtunnel an den Landungsbrücken. 1911 wurde der Bau eingeweiht.

Blick auf die Eisenbahn-Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg.

Wahrzeichen Rendsburgs ist die Eisenbahnhochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal. Auch die Altstadt bietet interessante Architektur.

Asya Fateyeva im Gespräch mit Ludwig Hartmann

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Alte Gemäuer erkunden: Am Tag der offenen Klosterstätten gibt es überall im Land spannende Ein- und Ausblicke.

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Das Armida Quartett begeisterte rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörer im Großherzoglichen Gebäude mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Robert Schumann

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