Die Baumaßnahmen an der Brücke Fischertal stehen in den Startlöchern. Am kommenden Montag wird die Verkehrssicherung eingerichtet. Dann wird der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen jeweils nur einspurig geführt. Der Gehweg auf der Nordseite bleibt für Fußgängerinnen und Fußgänger weiterhin zugänglich.

Zunächst war geplant gewesen, dass drei Fahrspuren befahrbar bleiben – „leider war dies aufgrund der benötigten Flächen im weiteren Planungsprozess nicht mehr möglich“, teilt Kaan Demirkan vom Ressort Straßen und Verkehr mit. „Diese Änderung wurde im Verkehrstermin diskutiert und von allen Beteiligten genehmigt.“

Das städtische Presseamt teilt mit: „Autofahrer, insbesondere aus Richtung Süden von Lichtscheid kommend, werden gebeten, den Bereich zu Stoßzeiten, wenn möglich, weiträumig zu umfahren. Es muss mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden.“ In unmittelbarer Umgebung, die betroffen sein dürfte, befinden sich die Gewerbeschulstraße, die Saarbrücker Straße, die Winklerstraße, die Zeughausstraße, die Obere Lichtenplatzer Straße sowie der Alte Markt.

Im Anschluss an die Einrichtung der Verkehrssicherung beginnen die ersten vorbereitenden Arbeiten auf der Brücke. Massive Schäden machen es nötig, dass der bestehende Stahlüberbau durch ein Provisorium ersetzt werden muss. Der Stahlteil weist massive Korrosionsschäden auf.

Kosten für die Baumaßnahme waren gestiegen

Sowohl die Deutsche Bahn als auch die Stadt Wuppertal wollen einen Ersatzneubau. Dieser war ursprünglich für die Zeit der Bahnsanierung in diesem Jahr anvisiert, wurde jedoch nach Abstimmung mit der DB auf 2028 verschoben. Für die Zeit dazwischen muss also ein Provisorium herhalten: „Der Erhaltungszustand des Stahlüberbaus lässt eine sichere Weiternutzung bis mindestens 2028 nicht mehr zu“, heißt es in der entsprechenden Dringlichkeitsentscheidung, die im Januar durch den Rat ging. Darin wird aufgeführt, dass die Kosten für die Baumaßnahme gestiegen sind.

Kalkuliert waren zunächst Kosten von 740 000 Euro. Seit Monaten steht fest: Die Gesamtkosten liegen nun bei rund 1,2 Millionen Euro. Für die Baumaßnahme stehen laut Haushaltsplan 2026 Mittel in Höhe von 950 000 Euro zur Verfügung. „Die überplanmäßigen Mittel in Höhe von 250 000 Euro werden aus der Maßnahme Brücke Kirchhofstraße gedeckt“ – diese kann nicht wie geplant 2026 umgesetzt werden, hieß es in der Dringlichkeitsentscheidung.

Die Verschiebung der Maßnahme an der Brücke Fischertal „würde zu unvorhersehbaren Folgen für die Nutzung des Gehwegs wie auch für den Betrieb der Bahnlinie führen“, eine Aufschiebung wäre daher nicht möglich. „Der Rückbau des Bestandes sowie die Montage des Provisoriums muss daher in den uns in 2026 im Rahmen der Generalsanierung des Hochleistungskorridors Hagen-Wuppertal-Köln gegebenen kurzzeitigen Baufenster erfolgen“, heißt es in der Entscheidung. Das anvisierte Zeitfenster für die Baumaßnahme liegt nun in der Mitte des kommenden Monats.

„Für die Durchführung der Arbeiten stehen festgelegte Sperrzeiten der Deutschen Bahn im Zeitraum vom 16. Mai 2026 bis 23. Mai 2026 zur Verfügung“, sagt Demirkan. „In diesem Zeitraum wird der nördliche Gehweg (Stahlüberbau) ausgehoben und anschließend ein Provisorium eingehoben. Während dieser Arbeiten wird die Brücke Fischertal temporär voll gesperrt.“ Weitere Informationen zu den genauen Bauabläufen und den verkehrlichen Auswirkungen will die Stadt Wuppertal in der kommenden Woche bekannt geben.

„Ich begrüße es sehr, dass die Brücke nun ertüchtigt wird, denn wenn wir nicht handeln würden, müsste sie aus Sicherheitsgründen gesperrt werden“, sagt Sedat Ugurman (SPD), Vorsitzender des Verkehrsausschusses. „Infolge der Baumaßnahme wird es sicherlich zu Einschränkungen und längeren Fahrtzeiten kommen, aber Chaos erwarte ich, wie bei allen anderen Baustellen in der Stadt, ausdrücklich nicht.“