Viele Menschen kennen das unangenehme Brennen hinter dem Brustbein nach dem Essen. Doch wenn Sodbrennen regelmäßig auftritt, kann mehr dahinterstecken: die sogenannte gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD). Hinter dem sperrigen Begriff, der abgekürzt nach einem sympathischen Mann um die 70 klingt, steckt eine weitverbreitete Erkrankung, die häufig unterschätzt wird, die Lebensqualität jedoch erheblich beeinträchtigen und langfristig zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen kann.
Die Klinik für Gastroenterologie und Viszeralmedizin am St.-Josef-Krankenhaus, so teilen es die GFO-Kliniken Niederrhein, zu deren Verbund das Moerser Haus gehört, jetzt mit, setzt deshalb auf moderne Diagnostik und individuell abgestimmte Therapiekonzepte. Erweitert wird das Angebot jetzt um innovative, KI-gestützte Technologien.
Unbehandelt kann die Erkrankung zu schwerwiegenden Schleimhautveränderungen führen
GERD entsteht, wenn Magensäure regelmäßig in die Speiseröhre zurückfließt. Typische Beschwerden sind Sodbrennen, saures Aufstoßen, Schluckstörungen oder auch nächtlicher Husten und Heiserkeit. Unbehandelt kann die Erkrankung zu Entzündungen der Speiseröhre und langfristig sogar zu schwerwiegenden Schleimhautveränderungen führen. „Wichtig ist eine präzise Diagnose, um die Beschwerden gezielt behandeln zu können“, erklärt das Team der Klinik. „Nur so lässt sich eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität erreichen.“
Das St.-Josef-Krankenhaus Moers gehört nach eigenen Angaben mit mehr als 200 durchgeführten Untersuchungen pro Jahr – darunter Ösophagus-Manometrien und pH-Metrien – zu den sehr erfahrenen Zentren in der Region. Nun, heißt es, werde die Diagnostik durch eine neue, KI-gestützte Messeinheit ergänzt. Die Technologie ermögliche eine besonders genaue Auswertung der Messergebnisse. Künstliche Intelligenz erkenne Muster und Auffälligkeiten noch schneller und unterstütze die Ärztinnen und Ärzte bei der optimalen Therapieplanung. Für Patientinnen und Patienten bedeute das: präzisere Diagnosen, individuellere Behandlungsstrategien, gleichbleibend komfortable Untersuchungen, individuelle Therapie – von konservativ bis operativ.
Bei einer OP wird die natürliche Barriere zwischen Speiseröhre und Magen wiederhergestellt
In vielen Fällen lasse sich Reflux bereits durch eine Anpassung der Ernährung und des Lebensstils sowie durch medikamentöse Therapie gut behandeln, teilen die Mediziner mit. Reicht das nicht aus oder möchten Betroffene langfristige Medikamenteneinnahmen vermeiden, könne eine operative Therapie sinnvoll sein.
Dabei wird die natürliche Barriere zwischen Speiseröhre und Magen wiederhergestellt. Die Eingriffe, heißt es, erfolgten minimalinvasiv, sodass Patientinnen und Patienten das Krankenhaus in der Regel bereits nach wenigen Tagen wieder verlassen können. Seit 2023 bietet das „St. Josef“ diese Operationen auch robotisch mit dem Da-Vinci-System an. Mit diesem, sagen die Ärzte, sei eine noch präzisere und schonendere Durchführung möglich.
Symptome, Therapien sowie praktische Tipps für den Alltag
Wer mehr über Ursachen, Diagnostik und moderne Behandlungsmöglichkeiten erfahren möchte, ist für den 29. April ab 17 Uhr zu einer Informationsveranstaltung im Krankenhaus-Bistro „Auszeit“ (Asberger Straße 4) eingeladen: „Reflux – Wenn Sodbrennen zur Belastung wird“ lautet der Titel.
Die Veranstaltung richtet sich an Patientinnen und Patienten sowie alle Interessierten. Thematisiert werden unter anderem typische Symptome, bewährte und moderne Therapien sowie praktische Tipps für den Alltag. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, persönliche Fragen direkt mit den Expertinnen und Experten zu besprechen.
Als Referenten stehen Cetin Sen (Chefarzt Gastroenterologie und Viszeralmedizin) sowie Marc Alexander Renter (Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie) zur Verfügung. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.