Stellenabbau
Frankfurter Großbank plant offenbar weitere Jobstreichungen
24.04.2026 – 12:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Commerzbank in Frankfurt (Archivbild): Sie wird seit langem von der Unicredit umworben. (Quelle: Michael Brandt/dpa/dpa-bilder)
Zusätzlich zu bereits angekündigten 3.900 Stellen soll die Bank weitere Jobs abbauen. Wie viele es trifft, soll bald verkündet werden.
Die Commerzbank plant einem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge einen weiteren Stellenabbau – zusätzlich zu den 3.900 Vollzeitstellen, deren Streichung das Institut mit Sitz in Frankfurt erst Anfang 2025 angekündigt hatte. Wie viele Jobs diesmal wegfallen sollen, sei noch nicht entschieden, berichtete das Blatt unter Berufung auf mehrere mit dem Thema vertraute Personen.
Die Pläne seien Teil einer aktualisierten Strategie, die die Bank am 8. Mai vorstellen will. Bis dahin wollte sich ein Sprecher nicht zu Einzelheiten äußern: Man kommentiere keine Spekulationen über Inhalte, die noch nicht kommuniziert worden seien.
Das Ausmaß des Abbaus muss noch mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt werden. Betriebsratschef Sascha Uebel räumte gegenüber dem „Handelsblatt“ ein, dass im Zuge der Strategieumsetzung weitere Einsparungen und möglicherweise auch ein weiterer Stellenabbau kommen werden – zeigte sich aber überzeugt, dass dieser deutlich geringer ausfallen werde als im Fall einer Übernahme durch die Unicredit.
Die Mailänder Großbank drängt seit Monaten auf eine Übernahme der Commerzbank. Sie kontrolliert inzwischen direkt über Aktien und indirekt über Finanzinstrumente knapp 30 Prozent der Anteile. Ab dieser Schwelle wäre sie zu einem formellen Übernahmeangebot verpflichtet. Im März kündigte Unicredit ein Tauschangebot für alle Commerzbank-Aktien an; die eigenen Aktionäre sollen am 4. Mai auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der dafür nötigen Kapitalerhöhung zustimmen.
Unicredit-Chef Andrea Orcel hatte der Commerzbank zuletzt strukturelle Schwächen vorgeworfen und vorgerechnet, dass bei einer Übernahme in Deutschland rund 7.000 Vollzeitstellen wegfallen würden – weniger als die Hälfte der von Kritikern befürchteten 15.000 Jobs über fünf Jahre. Wie die Commerzbank selbst auf diese Rechnung antworten will, dürfte sich am 8. Mai zeigen, wenn sie ihre Strategie und aktualisierte Finanzziele vorstellt.
