
Stand: 24.04.2026 09:17 Uhr
Nach einem Angriff auf das Mahnmal für Zwangsarbeiter in Hannover-Ahlem sucht die Polizei Zeugen. Der Staatsschutz ermittelt. Niedersachsens Antisemitismus-Beauftragter Gerhard Wegner ist bestürzt.
Als „nicht hinnehmbar“ bezeichnete Wegner den jüngsten Vorfall. „Wenn Gedenkorte, wie jetzt in Ahlem geschehen, mit israelfeindlichen Parolen geschändet werden, ist das Antisemitismus“, stellte er in einer Mitteilung von Montag klar. Antisemitische Taten müssten als solche benannt werden. Eine Passantin hatte vergangenen Freitagmorgen festgestellt, dass unter anderem Stelen und Gedenkplatten beschmiert worden waren, auf denen Opfer-Namen stehen. Auch einige niedergelegte Kränze wurden zerstört.
Antisemitismusbeauftragter fürchtet Übergriffe auf Menschen
Wegner rief dazu auf, jede Form von Judenhass entschlossen zu bekämpfen. Die Lage sei ernst. Er sorge sich darum, „dass in Zukunft auch Personen zu Schaden kommen“, so der Antisemitismus-Beauftragte.
Gedenkstätte immer wieder Ziel von antisemitischen Attacken
Auch die nahe gelegene Gedenkstätte Ahlem war mehrfach das Ziel von Vandalismus. In den vergangenen zwei Jahren wurde sie viermal beschädigt. Im Herbst 2025 wurde ein 26-jähriger Rechtsextremist verurteilt, nachdem er anlässlich des Holocaust-Gedenktages niedergelegte Kränze zerstört hatte.
24.04.2026 08:35 Uhr
Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version haben wir geschrieben, dass die Gedenkstätte in Ahlem angegriffen wurde. Der aktuelle Vorfall betrifft aber das Mahnmal neben dem Englischen Friedhof westlich der Gedenkstätte. Wir haben Text und Bebilderung angepasst und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Unter anderem wurden Stelen und Gedenkplatten am Mahnmal in Ahlem beschmiert. Oberbürgermeister Onay verurteilte den Angriff.

Der Mann räumte die Vorwürfe gegen ihn vor dem Amtsgericht Hannover ein. Er erhält zwei Jahre Haft auf Bewährung.

Die Taten im Jahr 2024 sind um 86 Prozent gestiegen – auf insgesamt 650 Fälle. Am häufigsten ist israelbezogener Antisemitismus.