Kaum ein Monat vergeht in Hamburg ohne einen tödlichen Lkw-Abbiegeunfall. Ein Mensch wird aus dem Leben gerissen. Ein Schock für die Familie, Freunde, Mitschüler, Kollegen, Zeugen und Beteiligte. Analysen oder Forderungen zu Abbiegeassistenten, Fahrradhelmen, Radweg-Einfärbungen, Fehlverhalten und Verkehrsregeln wirken da deplatziert und hilflos – auch wenn sie die Sicherheit erhöhen sollen.

Individuelles Fehlverhalten ist laut Polizei Hamburg der Hauptfaktor bei schweren Verkehrsunfällen. Hamburg hat sich 2007 zur Vision-Zero-Strategie verpflichtet. Das langfristige Ziel sind null Tote und Schwerverletzte im Straßenverkehr. Von 2021 bis 2030 soll die Zahl der Getöteten um 40 Prozent sinken. Die Hauptaussage der Vision Zero: Menschen machen Fehler; daher müssen wir die Fahrzeuge und den Straßenraum fehlertolerant machen. Was in Hamburg aber fehlt, ist ein Aktionsplan mit konkreten zeitlichen und quantitativen Zielen.