Als Max Finkgräfe in der 22. Minute an der Strafraumkante Maß nahm, um den Ball anschließend im rechten Eck zu versenken, dürfte ihm auch ein simpler Tipp seines erst kürzlich verstorbenen Opas durch den Kopf gegangen sein. „Einfach mal draufhalten“, hatte dieser ihm einmal mit auf den Weg gegeben, erinnerte sich Finkgräfe nach der Partie im Interview mit SPORT IM OSTEN.

Finkgräfe: „Ich hoffe, er freut sich“

Doch nicht nur deswegen war es für RB Leipzigs Außenverteidiger ein besonderes Tor. Zum überhaupt ersten Mal konnte der im vergangenen Sommer vom 1. FC Köln gekommene 22-Jährige im Trikot der Sachsen einen Pflichtspieltreffer bejubeln und ebnete gleichzeitig den Weg zum letztlich souveränen 3:1-Erfolg gegen Union Berlin. „Ich habe den Ball überraschend gut getroffen und bin dann kurz emotional geworden. Das Tor widme ich meinem Opa. Ich hoffe, er freut sich“, erklärte Finkgräfe, nachdem er den Zeigefinger gen Himmel gestreckt und anschließend sein Gesicht in den Händen vergraben hatte.

Erst zum dritten Mal durfte der Linksverteidiger in dieser Saison von Beginn an ran. Schon am vergangenen Wochenende in Frankfurt stand Finkgräfe für den verletzten Kapitän David Raum in der Startelf und lieferte ein gutes Spiel ab. Dass Leipzigs Trainer Ole Werner ihm auch gegen Union das Vertrauen aussprach, gab Rückenwind. „Persönlich habe ich mich extrem weiterentwickelt – sowohl menschlich als auch fußballerisch. Das war mein Ziel“, so Finkgräfe.

Raum-Backup Finkgräfe weiß um seine Rolle

Dabei hatte die Saison für ihn alles andere als wünschenswert begonnen. Zunächst setzte ihn eine Knieverletzung außer Gefecht. In der Folge blieb es nur bei Kurzeinsätzen, weil Nationalspieler Raum auf der linken Seite gesetzt ist. Finkgräfe ist sich seiner Rolle im Team bewusst: „Ich wusste vorher, was mich erwartet und dass ich nicht die Spielzeit bekomme, die auf mich vielleicht in Köln gewartet hätte. Aber ich hab das alles mit einem Plan gemacht und für solche Momente wie heute arbeite ich Tag für Tag.“