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Bamako – In Mali tobt am Samstag ein massiver Dschihadisten-Angriff auf die Hauptstadt Bamako und weitere Städte des Landes. Bewaffnete Gruppen wie al-Qaida haben nach Angaben der Armee mehrere Militärstützpunkte attackiert. Und auch Putin-Milizen mischen nach Russen-Angaben mit! Die Lage ist unübersichtlich, Explosionen erschüttern die Stadt. Der Generalstab spricht von „unbekannten bewaffneten Gruppen“.
In einer Mitteilung heißt es, die Armee sei im Dauereinsatz gegen die Angreifer. „Unsere Verteidigungs- und Sicherheitskräfte sind dabei, die Angreifer zu neutralisieren“, erklärte der Generalstabschef. Später bestätigte das Militär über den Sender „FAMa TV“: Auch die nahe Stadt Kati sowie weitere Orte seien betroffen.

Blick auf Bamako, die Hauptstadt Malis. Dort ringen Dschihadisten und die Armee der Junta um die Macht. Putins Schergen unterstützen nach Russen-Angaben die Machthaber
Foto: AP
In einer Mitteilung der deutschen Botschaft an die in Mali lebenden Deutschen war von einer unübersichtlichen Lage die Rede. Der Flughafen sei geschlossen. Empfehlung: An sicheren Orten bleiben, Bewegungen im Stadtgebiet vermeiden!
Seit dem Morgen gibt es Explosionen
Die Lage spitzt sich stündlich zu: Augenzeugen berichteten bereits am frühen Morgen gegen 7.30 Uhr Ortszeit (9.30 Uhr deutscher Zeit) von Rauch und Explosionen im Bereich des Flughafens von Bamako. Die Armee fordert die Bevölkerung auf, ruhig zu bleiben. Gleichzeitig laufen weiter Gefechte. Am Nachmittag sprach das Militär davon, dass die Lage unter Kontrolle sei. Mehrere Terroristen seien „neutralisiert“, ihre Ausrüstung zerstört worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren. Konkrete Angaben über Tote und Verletzte machte das Militär nicht.

Kreml-Diktator Wladimir Putin (73) hat Truppen in Afrika und versucht, Teile des Kontinents an sich zu ziehen
Foto: AP
Brisant: Nach Angaben eines russischen Diplomaten soll auch die kremlnahe Einheit „Africa Corps“ Malis Streitkräfte im Kampf gegen die Militanten unterstützen. Die Truppe gilt als Nachfolger der Wagner-Söldneraktivitäten in Afrika.
Auch im Norden des Landes eskaliert die Lage: Die Rebellengruppe „Azawad Liberation Front“ behauptet, einen Militärhubschrauber in der Stadt Kidal abgeschossen zu haben.

Häuserkampf um Militärlager: Ein Soldat geht in Mali mit Gewehr in Position und versucht, einen Angriff auf den Hauptstützpunkt Kati abzuwehren
Foto: REUTERS
Islamistische Gruppen treten in Westafrika immer aggressiver auf. Besonders die JNIM (besteht seit 2017 als westafrikanischer Zweig von al-Qaida) baut ihren Einfluss in der Region seit Monaten aus. Sie gilt als eine der stärksten Dschihadisten-Organisationen im Sahel.

2023: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (heute 66, SPD) besucht vor dem Abzug der deutschen Truppen das Bundeswehr-Feldlager „Camp Castor“ in Mali
Foto: Michael Kappeler/dpa
Bundeswehr-Soldaten verließen Mali 2023
Mali (dreieinhalbmal so groß wie Deutschland, 25 Millionen Einwohner) wird seit Militärputschen von einer Junta regiert. Die Sicherheitslage hat sich massiv verschärft, und das trotz internationaler Hilfe. Von 2013 bis 2023 hatte die UN-Friedenstruppe Minusma in Mali den Auftrag, die Zivilbevölkerung zu schützen und das westafrikanische Land zu stabilisieren. Auch Soldaten der Bundeswehr waren in Mali im Einsatz, die letzten von ihnen verließen das Land im Dezember 2023.