Es roch nach Abgasen und Benzin. Als Besucher sah man Karosserien, die man kannte, aber dann doch so noch nie gesehen hatte, weil die Autos optisch und leistungsmäßig deutlich verändert wurden. Alle möglichen automobilen Formen, Farben und Lackierungen wurden präsentiert. Erstmals kam das Automobil-Event Ultrace nach Deutschland und war bei der Premiere in Düsseldorf mit vielen verschiedenen Marken am Start.
Die Vehikel waren meist auf Hochglanz poliert, an einigen aber haftete der Staub, der Dreck der Rennstrecke, auf der das Vehikel zuletzt auf Rundenrekordjagd bewegt wurde. Die Automobilshow ist das Paradies für Fans der gehobenen Motoren und Karosseriekunst. „Es ist kein Vergleich zu herkömmlichen Auto-Messen. Da wird extrem darauf geachtet, dass nur Originalteile verbaut sind“, sagte Oldtimer-Fan Dieter Castenow. „Beim Ultrace ist alles erlaubt.“
Erstmalig wagten sich die Ultrace-Macher, die ursprünglich in Polen ihr Stammland haben, nach Deutschland und wählten dafür das Areal Böhler. Im Gepäck hatten sie hochmotorisierte, tiefergelegte Klassiker, Rennwagen, Designstudien, Einzelstücke und Tuning-Ikonen. Unter anderem war ein 2,95 Millionen Euro (ohne Mehrwertsteuer) teurer Capricorn 01 Zagato, der übrigens von der Düsseldorfer Capricorn-Gruppe entwickelt wurde, zu sehen. Von dieser Besonderheit mit 900 PS werden weltweit nur 19 Stück angeboten. Davon war auch Castenow geflasht. „Das ist das geilste Ding ever“, urteilte der Oldtimer-Liebhaber. „Ultrace ist die legale Spielwiese all derjenigen, die mit ihren Supercars an den Wochenenden auf der Kö von der Polizei kontrolliert werden.“
Die Ordnungshüter ließ die Motorshow allerdings kalt. „Wir haben die Ausstellung im Blick, aber keine besonderen polizeilichen Maßnahmen oder Kontrollen geplant“, erläuterte ein Polizeisprecher. „Die ausgestellten Autos werden auch meist auf einem Trailer angeliefert, weil sie keine Straßenzulassung haben.“
Die Besucher, die in die Hallen und das Außengelände des alten Industriestandorts pilgerten, mussten 85 Euro pro Person zahlen und durften dafür nur gucken, nichts anfassen und schon gar nicht hineinsetzen. „Mir reicht es schon, wenn ich die Bugattis, Ferraris, Lamborghinis, Mercedes, BMWs und all die anderen Einzelstücke fotografieren darf“, meinte Kees. „Ich habe auch volles Verständnis dafür, dass man die Autos wie rohe Eier behandelt, denn es sind doch fast alles Einzelstücke und sie sind viel wert.“ Kees war extra wegen des Ultrace mit drei Freunden aus dem niederländischen Eindhoven in einem Kleinwagen angereist. „Man sieht einmal im richtigen Leben, wovon wir zu Hause nur träumen können“, sagte der Niederländer.
Die Inhaber der Einzelstücke muss die aktuelle Benzinpreisentwicklung vermutlich nicht interessieren. Denn die dort präsentierten Fahrzeuge werden kaum gefahren. Sie sind Liebhaberstücke, die auch meist in heimischen Garagen von ihren Besitzern nur angeschaut werden. Beim Ultrace wurden die Besonderheiten von den PS-Freunden nicht nur angeschaut, sondern gebührend bewundert.