Mit seiner Aktion Stadtteilherzen hat der Mitmachverein „Grünes Herz“ am Freitagnachmittag gut 1000 Menschen aus allen Ortsteilen mobilisiert, zur Landesgartenschau zu kommen. Eine Aktion, um zu zeigen, dass die Laga mehr ist als der Park auf der früheren Galopprennbahn. Die Laga GmbH hatte allerdings wenig von dieser Menschenmenge, denn für die Beteiligten dieser als Sternmarsch angelegten Aktion hieß es: Eintritt frei. Doch die Veranstalter nehmen diesen Verlust potenziell zahlender Kunden gelassen. Denn die Besucherzahlen in Woche eins der Laga liegen „über unseren Erwartungen“, berichtet Laga-Sprecherin Monika Steuten.

Am Eröffnungstag wurden die Tickets von etwas mehr als 4000 Besuchern am Eingang gescannt, hinzu kamen 500 geladene Gäste für die Eröffnungsfeier. Ob die Besucher ein Tagesticket lösten oder ihre Dauerkarte vorzeigten, kann die Laga GmbH nicht sagen. Denn erstens wurden Ticketing und Einlasskontrolle einem externen Dienstleister anvertraut, dessen Daten man sich noch nicht hat aufschlüsseln lassen. Zumal es zweitens in den ersten Tagen wichtiger war, die Veranstaltung ins Laufen zu bringen, Routinen zu entwickeln. „Das war dringlicher als ein Besucherreporting“, so Steuten.

Um auf die kaufmännisch vorsichtig kalkulierte Einnahmehöhe zu kommen, wurden für die 179 Laga-Tage insgesamt 650.000 Besucher angenommen. Also etwas mehr als 3600 am Tag. Dass der Eröffnungstag über dem Wert lag, damit war zu rechnen gewesen. Doch auch die insgesamt 8500 am Samstag und Sonntag danach gezählten Besucher lagen über dem Strich. Aber auch bei ihnen ist noch nicht die Unterscheidung nach Dauerkarteninhabern und Tagesbesuchern trennscharf ermittelt.

Doch was zählt, ist ohnehin an der Kasse. „11.000 Tickets wurden in den ersten vier Tagen verkauft“, sagt Steuten, darunter Dauerkarten in einem dreistelligen Zahlenbereich. Zur Erinnerung: Vor der Eröffnung hatte die Laga GmbH bereits gut 17.000 Dauerkarten und mehr als 40.000 Tagestickets abgesetzt. Und offenbar spricht die Laga für sich, denn viele Menschen, so Steuten, „nutzten die Möglichkeit, nach ihrem Besuch ihr Tagesticket in eine Dauerkarte umzuwandeln.“ Der Preis für die Tageskarte wird dabei angerechnet. Klare Ansage hinter dieser Entscheidung: „Wir kommen wieder.“

„Die erste Woche der Landesgartenschau hat gezeigt, welches Potenzial in diesem Projekt steckt“, kommentiert Bürgermeister Reiner Breuer diese Zahlen und Trends. „Die Menschen nehmen den Park mit großer Begeisterung an“, so Breuer weiter. „So haben wir uns das vorgestellt“, ergänzt Laga-Geschäftsführerin Annette Nothnagel. Der Park lebt und werde von allen Generationen genutzt. „Vielleicht werden wir die Laga mit dem jüngsten Durchschnittsalter sein“, ergänzt sie mit Blick auf den Betrieb auf den Spiel- und Sportplätzen im Gelände.

Ein Teil der guten Resonanz ist auch mit den vielen Angeboten des Vereins „Grünes Herz“ erklärt, für den die Vorsitzende Sandra Maria Breuer feststellt: „Wir sind überwältigt. Überall ist etwas los.“ Die Mitmachzahlen bei den Angeboten des Mitmachvereins stimmen sie optimistisch, dass die Vision vom lebendigen Park Erfüllung findet.

Die größte Teilnehmermenge brachte der Verein dabei am Freitag auf die Beine. In Gesprächen mit Akteuren aus allen Ortsteilen war schon im Herbst die Idee „Stadtteilherzen“ entwickelt worden. Jeder Ortsteil bekam einen Hochzeitsbogen in Herzform als Rohling zur Verfügung gestellt, der von Kitas, Schulen und Vereinen mit dem dekoriert wurde, was sie als typisch für den Ortsteil ansehen.

„Herrlich bunt und immer anders“, beschreibt Sandra Breuer die Ergebnisse, die am Freitag von der Feuerwehr eingesammelt wurden. Nur Norf hielt an dem Ursprungsgedanken einer Sternfahrt fest, berichtet Stefan Kremer vom Gymnasium Norf. Er war Teil eines Fahrradkorsos mit Polizeibegleitung, der sich dem Lastwagen mit dem Norf-Herz anschloss. „Das Norfer Herz ist schaukelnd an zwei Andreaskreuzen befestigt“, beschreibt der Schützenkönig der Andreas-Bruderschaft den besonderen Clou dieser Arbeit. Was für ihn die Aktion ausmacht? „Das bringt die Stadtteile im Stadtkern mehr zur Geltung“, sagt Kremer, der mit seinen Norfern dafür wirbt „so etwas öfter zu tun.“