Der Traditionsverein FC Erzgebirge Aue ist am Samstag, den 25. April 2026, offiziell aus der 3. Liga abgestiegen. Nach einem 2:2-Unentschieden gegen den SV Wehen Wiesbaden ist der Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze drei Spieltage vor Saisonende auf elf Punkte angewachsen, wodurch der Gang in die Viertklassigkeit besiegelt wurde.
In der Partie erzielte Moritz Flotho in der 23. Minute die Führung für Wiesbaden, bevor Tristan Zobel für Aue ausglich. Trotz einer Gelb-Roten Karte für Niklas May ging Wiesbaden durch Tarik Gözüsirin erneut in Führung, woraufhin Moritz Seiffert in der 85. Minute lediglich der Ausgleich für die Sachsen gelang.
Die sportliche Krise manifestierte sich laut kicker.de bereits in der Hinrunde, die durch den Abgang von Leistungsträgern wie Linus Rosenlöcher und Verletzungen von Stammspielern wie Marcel Bär geprägt war. In der gesamten Rückrunde gelang dem Verein kein einziger Sieg, wobei der letzte dreifache Punktgewinn auf den 20. Dezember des Vorjahres datiert.

Aktuelle Tabellensituation am 35. Spieltag
Innerhalb der Saison versuchte der Verein mehrfach, durch personelle Veränderungen die Wende herbeizuführen. Im Dezember äußerte sich Vereinspräsident Thomas Schlesinger noch optimistisch über die damalige Trainerbesetzung.
„Uns ist wichtig, wieder Konstanz auf dem Trainerstuhl zu haben und diese eminent wichtige Personalie nicht jährlich zu tauschen.“ erklärte Thomas Schlesinger, Präsident von Aue.
Dennoch wurde Trainer Jens Härtel im Februar 2026 nach drei Niederlagen in Folge entlassen. Sein Nachfolger Christoph Dabrowski konnte die Negativserie nicht stoppen und holte in neun Spielen nur zwei Punkte, was zu seiner Freistellung nach einer 3:5-Niederlage gegen Hoffenheim II führte.

Sportchef Michael Tarnat, der das Amt erst im Januar übernommen hatte, begründete die Verpflichtung Dabrowskis zunächst mit persönlichem Vertrauen in dessen Arbeitsweise.
„Mir war wichtig, einen Trainer zu verpflichten, von dem ich weiß, wie er arbeitet“, sagte Michael Tarnat, Sportchef von Aue.
Nach dem ausbleibenden Erfolg trat Tarnat schließlich aufgrund von Differenzen über die sportliche Ausrichtung zurück. Er hinterließ dem Verein bei seinem Abschied eine Botschaft für die Zukunft.

„Ich bedaure sehr, mit dieser enttäuschenden Bilanz meiner Tätigkeit das Erzgebirge zu verlassen, und wünsche dem Kumpelverein alles Gute.“ betonte Michael Tarnat, Sport-Geschäftsführer.
Die Fans des Vereins zeigen sich angesichts des ersten Absturzes in die Viertklassigkeit nach über 20 Jahren Profifußball resigniert. Die Freie Presse berichtet von einer Stimmung der Akzeptanz unter den Anhängern.
„Gibt nichts mehr schönzureden“ konstatierten Birgit Karsten und Franz Kern, Fans der Wismutadler.

Trotz des Abstiegs besteht für den FC Erzgebirge Aue die Möglichkeit auf einen versöhnlichen Saisonabschluss im Landespokal. Nach einem Sieg gegen Chemnitz steht das Team im Finale und könnte sich mit einem Erfolg den Einzug in den DFB-Pokal sichern.