Kälte im Mai
Eisheilige in Sachsen: Expertin überrascht mit Prognose
Aktualisiert am 26.04.2026 – 09:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Blumen im Frost (Symbolbild): Traditionell treten die Eisheiligen Mitte Mai auf. (Quelle: Imago/Beautiful Sports)
Jeden Mai kommen die Eisheiligen: So lautet eine bekannte Bauernregel. Aber wie sieht es in diesem Jahr in Dresden aus? t-online hat nachgefragt.
Wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdiensts (DWD) der Regionalredaktion von t-online in Berlin erklärte, geht es am 11. Mai mit dem sogenannten Mamertus-Tag los. Vorüber ist der vermeintliche Kälteeinbruch in Sachsen am 15. Mai, dem Tag der kalten Sophie.
Eine konkrete Wettervorhersage sei laut der Expertin bis jetzt nicht möglich, die Prognosen seien derzeit nur bis zum 6. Mai akkurat. Meteorologen erwarten demnach nur etwas kühlere Temperaturen als üblich für diese Jahreszeit. „Danach gibt es den Trend für eine leichte Erwärmung Richtung Normalwerte.“, so die Sprecherin.
Die Eisheiligen könnten demnach nicht so frostig ausfallen, wie allgemein angenommen. Generell sei die „Gültigkeit der ‚Eisheiligen‘ als Witterungsregelfall“ laut der Expertin sehr strittig. „Eine besondere Häufung von Kaltluftausbrüchen lässt sich im Zeitraum (11.-15. Mai), der als Eisheilige definiert wird, jedenfalls nicht ausmachen.“, erklärt die Expertin dazu.
In den vergangenen 100 Jahren seien die Eisheiligen in lediglich etwa einem Drittel der Fälle eingetroffen. Kaltlufteinbrüche im April und Mai seien demnach nicht außergewöhnlich und treten eher zufällig auf.
„Auch der Klimawandel scheint dahingehend also (noch) keinen großen Einfluss zu haben“, erklärt die Sprecherin des DWD. Grundsätzlich steigen die Temperaturen jedoch weiter an, was dazu führe, dass beispielsweise die Obstblüte im Frühjahr immer früher einsetze.
Die ersten Blüten würden demnach häufiger in eine Phase fallen, in der späte Kaltlufteinbrüche statistisch wahrscheinlicher sind. Gleichzeitig sei die Blütezeit oft auch früher abgeschlossen, „sodass die Eisheiligen in ihrer ursprünglichen Definition Mitte Mai ihren Schrecken sogar eher verlieren“, schlussfolgert die Sprecherin gegenüber der Regionalredaktion vom t-online in Berlin kurz vor Beginn der vermeintlichen Eisheiligen.
