König Charles III. und Königin Camilla beginnen am Montag einen mehrtägigen Staatsbesuch in den USA. Die Reise findet zu einem heiklen Zeitpunkt statt: Die diplomatischen Beziehungen zwischen Großbritannien und der Trump-Administration sind stark angespannt.

Die Spannungen haben mehrere Ursachen. US-Präsident Donald Trump hat Premierminister Keir Starmer öffentlich wegen dessen Positionen zum Iran-Krieg und zur Migrationspolitik kritisiert. Die Beziehungen seien am besten gewesen «bis Keir kam», so Trump. Zusätzlich ist ein unbestätigter Medienbericht aufgetaucht, wonach das Pentagon seine pro-britische Haltung zu den Falklandinseln überdenken könnte.

Zolldrohung und Kanada-Frage

Trump hat zudem am Donnerstag mit drastischen Maßnahmen gedroht: Er wolle «hohe Zölle gegen Großbritannien verhängen, also sollten sie besser vorsichtig sein», falls London seine Digitalsteuer auf US-Technologiekonzerne nicht aufhebe. Ein weiterer heikler Punkt: Trump hat wiederholt den Wunsch geäußert, Kanada zum «51. Bundesstaat» der USA zu machen. König Charles III. ist jedoch das offizielle Staatsoberhaupt Kanadas.

Verfassungsexperte Craig Prescott beschreibt die Situation als «zweifellos ein schwieriger Staatsbesuch für den König». Die Unberechenbarkeit des US-Präsidenten stelle eine besondere Herausforderung dar. «Hier gilt es einen diplomatischen Spagat zu meistern», so Prescott.

Trotz der politischen Verstimmungen hat Trump persönlich positive Worte für Charles gefunden. «Er ist ein fantastischer Mann», sagte der US-Präsident. Er kenne ihn «schon seit Jahren» und sehe «auf jeden Fall» Potenzial für verbesserte Beziehungen.