Gemächlich fährt ein weißer Reisebus über den Marinestützpunkt Kiel-Wik in Richtung der Anleger. An Bord: rund drei Dutzend Journalisten, die Antworten auf eine Bedrohung unter Wasser suchen. Seit bekannt ist, dass sich die Deutsche Marine auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus vorbereitet, ist das Können der schleswig-holsteinischen Minenjäger gefragter denn je.
Eine Mine liegt zu Demonstrationszwecken auf dem Minenjagdboot „Sulzbach-Rosenberg“.
Foto: Bundeswehr
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Schon ein Verdacht blockiert Schifffahrtswege
Zunächst räumt die Kommandeurin des 3. Minensuchgeschwaders, Fregattenkapitän Inka von Puttkamer, beim Pressegespräch mit einem Missverständnis auf. „Wie viele Minen braucht es, um eine Durchfahrt zu sperren? Die Antwort ist: keine einzige. Das ist nämlich schon Minenkriegsführung“, sagt von Puttkamer. Allein die bloße Möglichkeit oder Behauptung, dass irgendwo eine Mine liegen könnte, verändert die Geografie und reicht aus, um Schifffahrtswege zu blockieren.
Fregattenkapitän Inka von Puttkamer, Kommandeurin des 3. Minensuchgeschwaders, während des Pressetermins der Deutschen Marine in Kiel.
Foto: Bundeswehr
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An Deck des Minenjagdboots „Sulzbach-Rosenberg“ angekommen, stellen die Besatzungsmitglieder sich den Fragen der Presse. Unter ihnen ist ein Mann, der keinen Namen auf seiner Uniform trägt. Er ist Taktiklehrer für die Offiziere des Minengeschwaders, seinen richtigen Namen nennt er nicht. Aus einem einfachen Grund: Er weiß zu viel. Inoffiziell nennt er sich Sebastian Fischer.
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So spürt die Deutsche Marine Minen auf
Er erklärt sogleich den Ablauf ihrer Arbeit: Bevor geräumt werden kann, muss die Marine wissen, wo genau die Gefahr lauert. Dafür wird eine Sonaranlage genutzt, die er mit einem „Ultraschall beim Internisten“ vergleicht. Schallwellen werden in das Wasser gesendet und kehren als akustisches Signal zurück. Die Crew sucht auf den Bildern, die das Sonar erzeugt, nach Veränderungen. „Eine Anomalie kann ein Stein sein, ein Ölfass – oder eine Mine“, sagt Fischer.
Der „Seefuchs“ ist ferngesteuert und kann Minen mit einer kontrollierten Detonation beseitigen.
Foto: Marcus Brandt/dpa
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Um zu wissen, um was es sich handelt, kann der „Seefuchs“ zum Einsatz kommen, eine ferngesteuerte Unterwasserdrohne mit Kamera. Bestätigt dieser, dass es sich um eine Mine handelt, kann er sich sogleich opfern. Er trägt eine Panzerfaustladung in sich, wird neben der Mine platziert und löst eine kontrollierte Detonation aus, um die Gefahr zu beseitigen.
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Minentaucher für die schwierigen Fälle
Minentaucher kommen hingegen immer dann zum Einsatz, wenn die Technik an ihre Grenzen stößt oder die Situation höchste Präzision erfordert. Sie sind eine hochspezialisierte Einheit für die schwierigen Fälle.
Minentaucher der Minentaucherkompanie des Seebataillons fahren auf einem Schlauchboot während des Pressetermins.
Foto: Marcus Brandt/dpa
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Der „Seehund“ trickst Minen aus
Es gibt noch eine andere Technik, die international als deutsches Markenzeichen gilt: die Simulationsräumung. Hierbei kommt der „Seehund“ zum Einsatz, ein 26 Meter langes und 100 Tonnen schweres ferngesteuertes Schiff. „Die Seehunde emittieren im Prinzip Schall und Magnetik“, sagt Fischer.
Hinten sieht man den „Seehund“, ein Minenräumboot. Sie werden vom Minenjagdboot ferngelenkt. Im Vordergrund fährt ein Schlauchboot mit Minentauchern.
Foto: Marcus Brandt/dpa
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Der „Seehund“ täuscht der Mine also vor, ein großes Schiff zu sein. Moderne Minen reagieren auf diese physikalischen Signaturen und lösen aus, während der „Seehund“ die Explosion aufgrund seiner speziellen Bauweise unbeschadet übersteht. Er ist „schockgelagert“. Das bedeutet, er ist speziell dafür gebaut, eine Minendetonation in unmittelbarer Nähe zu überstehen. „Die hüpfen dann einfach kurz hoch“, sagt Fischer und lächelt dabei.