Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Geheimdienst meldet Spezialoperation auf der Krim

Aktualisiert am 26.04.2026 – 18:16 UhrLesedauer: 24 Min.

Angriff auf ein russisches Kriegsschiff auf der Krim: Der ukrainische Geheimdienst SBU teilte Bilder einer angeblichen Attacke auf die Schwarzmeerflotte.Vergrößern des Bildes

Angriff auf ein russisches Kriegsschiff auf der Krim: Der ukrainische Geheimdienst SBU teilte Bilder einer angeblichen Attacke auf die Schwarzmeerflotte. (Quelle: SBU)

Die Ukraine hat die von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim angegriffen. Selenskyj wirft Russland „nuklearen Terrorismus“ vor. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben Ziele der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim angegriffen. In der Nacht hätten Einheiten des Geheimdienstes SBU eine „Spezialoperation“ in Sewastopol sowie auf dem Militärflugplatz Belbek durchgeführt, teilte der Dienst auf seinem Telegramkanal mit. Demnach seien mehrere Schiffe, Flugabwehrsysteme und ein Kampfflugzeug getroffen worden.

Konkret nannte der SBU zwei große Landungsschiffe („Jamal“ und „Filtschenkow“) sowie das Aufklärungsschiff „Iwan Churs“. Außerdem seien Einrichtungen der Luftverteidigung, ein Radar sowie ein MiG-31-Kampfflugzeug auf dem Flugplatz Belbek getroffen worden. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig verifizieren, eine Bestätigung von russischer Seite liegt nicht vor. Russland hatte am Sonntag jedoch Drohnenangriffe auf der Krim gemeldet.

Die Ukraine greift seit Monaten verstärkt Ziele auf der von Russland annektierten Halbinsel an. Bereits am 18. April habe es eine ähnliche Operation gegeben, bei der laut SBU drei russische Kriegsschiffe beschädigt worden seien. Die Schwarzmeerflotte ist für Russland strategisch wichtig, unter anderem für Angriffe mit Marschflugkörpern auf ukrainisches Gebiet. Kiew versucht daher, die Einsatzfähigkeit der Flotte gezielt zu schwächen.

Russland meldet nach einem ukrainischen Drohnenangriff Schäden an einer großen Düngemittelfabrik in der Region Wologda. In der Stadt Tscherepowez sei eine Hochdruckleitung für Schwefelsäure getroffen worden, erklärte Regionalgouverneur Georgi Filimonow am Sonntag. Das Leck sei unter Kontrolle, es seien keine gefährlichen Chemikalien ausgetreten.

Die Anlage gehöre der Firma Apatit. Deren Muttergesellschaft PhosAgro zufolge ist Apatit Europas größter Produzent von Phosphatdünger sowie von Phosphor- und Schwefelsäure. PhosAgro ist einer der weltweit größten Hersteller von Phosphatdünger. Filimonow sagte weiter, bei dem schweren Angriff seien fünf Menschen verletzt worden. Tscherepowez liegt rund 500 Kilometer nördlich von Moskau.

Seit der 2022 eingeläuteten „Zeitenwende“ hat der Bund nach eigenen Angaben 47.000 Beschaffungsverträge zu Rüstungsgütern im Wert von insgesamt 111 Milliarden Euro abgeschlossen. Dies geht aus der Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage des Linken-Politikers Dietmar Bartsch hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Frage, wie viele dieser Vorhaben bis zum 1. März 2026 abgeschlossen und in den Dienst der Bundeswehr gestellt waren, ließ das Ministerium allerdings offen. Der Aufwand der Recherche wäre unzumutbar, hieß es.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland am 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges „nuklearen Terrorismus“ vorgeworfen. Mit dem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 habe Russland „die Welt erneut an den Rand einer menschengemachten Katastrophe“ gebracht, erklärte Selenskyj am Sonntag in Onlinediensten. Russische Drohnen fliegen laut Selenskyj wiederholt über Tschernobyl hinweg. Eine Drohne hatte 2025 die Schutzhülle getroffen und beschädigt.