Rot-Weiss Essen startete engagiert in die zweite Halbzeit und zeigte von Beginn an Offensivdrang. Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff hatte Mizuta die Chance zum Ausgleich. Nach einer Flanke von Brumme fehlte bei der Direktabnahme jedoch das nötige Quäntchen Glück. Generell zeigte sich Essen zwar bemüht, doch häufig fehlte die Präzision in den Pässen, um wirklich Druck aufzubauen. Mit den Ungenauigkeiten im Spiel nach vorne stand sich der RWE zu Beginn des zweiten Durchgangs selbst im Weg.

Wenn jedoch ein Angriff konsequent zu Ende gespielt wurde, entstand sofort Torgefahr. So setzte Marek Janssen einen Kopfball nur wenige Zentimeter neben das Tor der Gäste, ein Moment, bei dem einige RWE-Fans schon den Torschrei auf den Lippen hatten. Auf der anderen Seite sah Ramien Safi kurz darauf die Gelbe Karte für eine Schwalbe, nachdem er ohne jeglichen Kontakt im Strafraum zu Boden gegangen war: ein Symbol für die oftmals unglücklichen Offensivaktionen der Essener.

Trotz dieser Unzulänglichkeiten entwickelte sich seit Wiederanpfiff ein Spiel, das größtenteils in eine Richtung verlief: auf das Tor von Saarbrücken. Die Spannung auf den Rängen war spürbar, und im weiteren Verlauf reagierte auch Trainer Uwe Koschinat. Er brachte unter anderem Jaka Cuber von der Bank, der sofort seine Marschroute für die verbleibende Spielzeit zeigte. Mit einem Gewaltschuss traf er den rechten Pfosten. Die Euphorie übertrug sich auf die Mannschaft, die sich in der Folge mehrere hochkarätige Chancen herausspielte.

Spätestens zehn Minuten vor Schluss wurde deutlich, dass nun nur noch Rot-Weiss Essen das Spiel machte und das sogar mit einem Mann mehr. In einer der seltenen Szenen, in denen der Ball in der eigenen Hälfte war, klärte der eingewechselte Ruben Reisig gerade den Ball, als Dominic Baumann viel zu spät kam und ihn mit einer Grätsche von den Beinen holte. Der Schiedsrichter zeigte sofort Rot.

In der Schlussphase rollten die Angriffe auf das Tor der Gäste nahezu im Sekundentakt, während Saarbrücken versuchte, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Doch die Glücksgöttin Fortuna war dem RWE nicht hold. Der Ball wollte einfach nicht mehr den Weg ins Netz finden. Am Ende blieb es bei der bitteren 1:2-Niederlage, die im Aufstiegskampf besonders schmerzt. Da nahezu die gesamte Konkurrenz an diesem Wochenende ebenfalls patzte, rutscht Rot-Weiss Essen durch die Pleite lediglich auf den dritten Platz ab,die Position, die am Saisonende die Teilnahme an der Relegation bedeuten würde.