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Cupertino (Kalifornien) – John Ternus (50) ist noch gar nicht offiziell im Amt – und könnte trotzdem schon deutlich reicher sein. Seit der Bekanntgabe seines Aufstiegs am 20. April hat sich die Apple-Aktie nach kurzem Rücksetzer erholt. Für Anleger Alltag. Für Ternus locker Hunderttausende Dollar.

Denn der künftige Apple-Chef hat laut Schätzungen des US-Webportals MSN rund 75 bis 100 Millionen Dollar Vermögen. Wie viel genau, ist nicht bekannt. Klar ist: Bei Apple steckt das meiste Geld in Aktien. Heißt: Schon kleine Kursbewegungen wirken direkt.

König und Thronfolger: Noch-Apple-CEO Tim Cook (r.) mit John Ternus, der aktuell Hardware-Chef ist

König und Thronfolger: Apple-CEO Tim Cook (65, r.) mit seinem Nachfolger John Ternus, der aktuell noch Hardware-Chef ist

Foto: Apple

Gehalt ist nur Nebensache

Dabei ist das nur der Anfang. Denn bei Apple ist das Gehalt fast Nebensache. Laut Konzernunterlagen kassiert der aktuelle Apple-CEO Tim Cook rund 3 Millionen Dollar Grundgehalt – insgesamt aber mehr als 74 Millionen Dollar im Jahr durch Aktien und Boni. Auch andere Top-Manager verdienen ähnlich: etwa 1 Million Grundgehalt plus Millionenpakete.

„Gerade in den USA ist es absolut üblich, dass Top-Manager über Aktien am Unternehmen beteiligt sind“, sagt Ökonom Justus Haucap zu BILD. „Damit wird sichergestellt, dass die Manager auch wirklich im Interesse der anderen Aktionäre handeln.“

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Für Ternus ist das der Mega-Hebel. Als neuer CEO winken ihm größere Aktienpakete und Boni. Im besten Fall werden daraus zusätzliche zwei- oder dreistellige Millionenbeträge. „Das ist absolut realistisch“, sagt Haucap – insbesondere, wenn CEOs lange dabei sind. „So etwas gibt es auch in Deutschland: Rheinmetall-Chef Armin Papperger ist seit über 13 Jahren im Amt – und seine Aktien sollen inzwischen mehr als 100 Millionen Euro wert sein.“

Armin Papperger (63), hier mit einem Modell einer Lockheed Martin F-35A, fing 1990 im Qualitätsmanagement bei Rheinmetall an. Seit Januar 2013 ist er der Vorstandschef des Rüstungskonzerns

Armin Papperger (63), hier mit einem Modell einer Lockheed Martin F-35A, fing 1990 im Qualitätsmanagement bei Rheinmetall an. Seit Januar 2013 ist er der Vorstandschef des Rüstungskonzerns

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

KI als Vermögens-Schub

Aber: Es ist auch ein Risiko-Deal. Steigt Apple weiter, wird Ternus immer reicher. Schwächelt der Konzern, schrumpft sein Vermögen. Und genau da liegt das Problem. Apple verdient zwar Milliarden – aber die nächste große Idee fehlt. Bei künstlicher Intelligenz hinkt der Konzern hinterher. Neue Produkte lassen auf sich warten.

Die Messlatte ist brutal: Unter Tim Cook wuchs Apple von 350 Milliarden auf über 4 Billionen Dollar Börsenwert. Jetzt ist Ternus dran. „Die Aufgabe ist extrem herausfordernd – vor allem wegen KI“, sagt Haucap. „Aber das bietet eben auch große Wachstumschancen.“

Heißt: Gelingt ihm der nächste große Wachstumsschub – etwa mit KI und neuen Produkten –, kann ihn genau das endgültig steinreich machen.

Prof. Justus Haucap (57) ist Direktor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) und zählt zu den führenden Wettbewerbsexperten in Deutschland. Der frühere Vorsitzende der Monopolkommission der Bundesregierung berät heute auch das Wirtschaftsministerium zu wirtschaftspolitischen Fragen.