In Österreich ist Ende April ein Waldbrand ausgebrochen. Er weitete sich aus, Einsatzkräfte versuchten tagelang, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Betroffen ist eine Fläche von rund 110 Hektar. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeigt, dass auch in Bayern die Gefahr für einen Waldbrand steigt. Dennoch muss keine Katastrophe bevorstehen.
Bayerische Wälder: Steigende Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen
Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf seiner Internetseite mitteilt, steigt in Bayern die Gefahr für Waldbrände in den kommenden Tagen an. Bereits am Sonntag, 26. April, waren die meisten Teile der Übersichtskarte orange eingefärbt. Damit zeigt der DWD die Gefahrenstufe 3 auf der fünfstelligen Skala an. Bis Donnerstag färben sich immer mehr Bereiche rot. Diese Farbe steht für die Gefahrenstufe 4.
Ein Gebiet sticht dabei besonders heraus: Rund um Lechfeld, südlich von Augsburg, geht der DWD für Donnerstag, 30. April, von der höchsten Warnstufe aus. Die Gefahr für einen Waldbrand sei dann „sehr hoch“. Das Gebiet ist das einzige in Bayern, für das die höchste Warnstufe bis Ende April gilt.
Waldbrandgefahrenindex: Das bedeutet die Warnübersicht
Grund zur Panik gibt es damit aber noch nicht. Laut dem DWD gibt der Index lediglich das „meteorologische Potenzial“ für einen Waldbrand an. Der Index wird vom 1. März bis zum 31. Oktober jeden Tag neu herausgegeben. Bei der Berechnung des Index spielen laut dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus unter anderem folgende Faktoren eine Rolle:
- Temperatur
- relative Luftfeuchte
- Niederschlag
- Windgeschwindigkeit
- Streufeuchte
Eine dunkel eingefärbte Karte heißt also nicht, dass ein Waldbrand unmittelbar bevorsteht. Die Übersicht zeigt lediglich, in welchen Gebieten die Wahrscheinlichkeit für einen Brand gestiegen ist oder voraussichtlich steigen wird. Das hilft vor allem den verantwortlichen Landesbehörden dabei, die Waldbrandgefahr einzuschätzen. Örtliche Einschätzungen können dabei von denen des DWD abweichen.
Warnstufe 4 und 5: Genaue Überwachung der gefährdeten Gebiete
Wie das Staatsministerium mitteilt, wird das betroffene Gebiet ab der Warnstufe 4 genauer beobachtet. Dann kommen Revierleiter der Bayerischen Forstverwaltung und der Bayerischen Staatsforsten zum Einsatz, die eine Ausbildung zum Luftbeobachter absolviert haben. Zusammen mit Einsatzkräften der Luftrettungsstaffel Bayern e.V. führen sie sogenannte Waldüberwachungsflüge durch.
Diese finden bei der Warnstufe 4 an Feiertagen und am Wochenende statt. Steigt die Warnung auf Stufe 5, finden solche Flüge täglich statt. „So können Waldbrände anhand der Rauchentwicklung frühzeitig geortet und mit Unterstützung der örtlichen Feuerwehren gelöscht werden“, so das Staatsministerium auf seiner Internetseite.

Icon vergrößern
Zwischen März und Oktober dürfen in Wäldern und in Waldnähe keine Lagerfeuer angezündet werden.
Foto: Nicolas Armer, dpa (Symbolbild)
Schließen
Icon Schließen
Icon vergrößern
Icon verkleinern
Icon Pfeil bewegen
Zwischen März und Oktober dürfen in Wäldern und in Waldnähe keine Lagerfeuer angezündet werden.
Foto: Nicolas Armer, dpa (Symbolbild)
Waldbrände in Bayern: So gefährdet sind heimische Wälder
Laut Angaben des Staatsministeriums „spielen [Waldbrände] in Bayern eine eher untergeordnete Rolle“. Anders als in anderen Bundesländern brenne es im Freistaat „verhältnismäßig selten“. Dies könne sich durch die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels allerdings ändern. Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit für Extremwetterereignisse wie Trockenperioden oder Blitzschläge, was zu Waldbränden führen kann.
Die häufigste Ursache für einen Waldbrand sei aktuell das Verhalten des Menschen. Das Staatsministerium gibt Hinweise, wie Menschen dazu beitragen können, dass Waldbrände verhindert werden:
- Rauchverbot beachten: In Wäldern gilt vom 1. März bis zum 31. Oktober ein Rauchverbot.
- Zigaretten nicht aus dem Fenster werfen: Oftmals reicht eine einzige Zigarette, um einen Waldbrand auszulösen. Deshalb gilt es, keine Zigarettenkippen aus dem Fenster zu werfen.
- Keine Lagerfeuer anzünden: Im Wald oder bis zu 100 Meter nahe dem Wald sollte kein Feuer entzündet werden.
- Auto richtig parken: Pkw sollten beim Waldbesuch nicht auf trockenem Gras geparkt werden. Das Gras kann sich am heißen Katalysator entzünden. Zudem sollte auch bei einem Waldbesuch darauf geachtet werden, dass keine Einsatzwege zugeparkt werden.
- Im Notfall: Wenn Waldbesucher einen Brand bemerken, sollten sie schnell die Feuerwehr rufen. Wichtig ist die Notrufnummer 112. Eine möglichst genaue Ortsangabe kann dabei helfen, den Brand schnell zu löschen.
Wer zwischen März und Oktober einen Ausflug in den Wald plant, sollte einen Blick auf die Karte des DWD werfen. So haben Waldbesucher einen Überblick, wie hoch die Gefahr für einen Waldbrand in der jeweiligen Region ist.