Vier neue Formate

Vier neue Formate stehen im Programm, und jedes ist auf seine Weise konsequent. Erstmals bespielt das Festival alle drei Räume der Dresdner Festungsanlage: Im Kanonenhof, in den Kasematten und im Bärenzwinger spielen am 12. Mai fünf Bands unter dem Titel „Hot Jazz in der Festung“. Der „Late Night Boogie“ im Tresor Dresden am 15. Mai bietet 100 Plätze, nicht mehr. Im Untergeschoss des Löwensaals spielen Dan Popek und Niels von der Leyen. Die Diksi Disko im Bautzner Tor schließlich, ab 22 Uhr, zielt auf ein Publikum, das tanzen will. Antonia Flache, Social Media Managerin des Festivals, hat dafür eine Erklärung: „Ich sehe bei jungen Leuten eine gewisse Sehnsucht nach etwas echt Handgemachten, weg vom Digitalen. Die jungen Bands spielen zwar klassischen Dixie, aber mit einer ganz eigenen Energie.“ Sie hofft, mit der Diksi Disko und der Prohibitionsparty viele junge Menschen anzusprechen.

Prohibitionsparty im Parkhotel

Das Highlight des Abendprogramms ist die „Prohibitionsparty — Circus of Swing“ am 16. Mai im Parkhotel Dresden. Steffen Grosche von der Waterloo Produktion, der die Veranstaltung organisiert, kennt das Format aus eigener Erfahrung: „Ich war schon als junger Mensch 1993 bei den Prohibitionspartys im Schloss Nickern dabei.“ Später war das Feldschlößchen-Stammhaus Austragungsort, dann folgte eine lange Pause. Jetzt ist es eine Wiederbelebung. Das Konzept: Dresscode 1920er Jahre, Zugang nur mit mitgebrachter Porzellantasse. „Zur Prohibition wurde offiziell kein Alkohol ausgeschenkt“, sagt Grosche, „daher sind die Gäste angehalten, ihre eigenen Porzellantassen mitzubringen, um möglichst unauffällig Getränke zu sich zu nehmen. Ich persönlich kann es nicht ausschließen, dass die Prohibition eventuell an dem Abend zu Grabe getragen werden könnte.“ Erstmals wird auch die Empore im großen Saal begehbar sein. Die Räume des Parkhotels sollen mit eigener Neugier entdeckt werden, und wer die Nacht noch nicht kennt, soll das als Versprechen nehmen.

Höhepunkt ist ein Retro-Dance-Battle: Acht Tanzpaare aus Schulen wie der Tanzschule Weise, dem 1. DRRC Rock’n’Roll Club, 24 Tangos, Elementio, der TU Dresden und dem Jam Circle treten in einem genreübergreifenden Wettbewerb an, bei dem Salsa, Tango, Standard, Lindy Hop und Boogie Woogie zusammenkommen. „Es wird ein großes Tanzvergnügen werden“, sagt Grosche. Live-Musik liefern die Chicago Stompers aus Italien, das Cabaret-Ensemble LET’S MISBEHAVE! und die OhnO! Jazzband aus den Niederlanden. Dazu zwei DJanes bis in den frühen Morgen. Tickets: 49 Euro.