Es herrschte Euphorie am Samstagnachmittag im Further Hof. Die SPD will endlich wieder einen Landtagsabgeordneten aus ihren Reihen stellen. Dieser soll Heinrich Thiel heißen.

43 Delegierte stimmten ab. Das Ergebnis: 38 Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen, keine Enthaltungen. In einem Jahr ist es dann so weit: Heinrich Thiel ist der neue Hoffnungsträger der SPD. Doch bei der Veranstaltung kam zunächst seine Ehefrau Ricarda Maaß zu Wort. Sie ergriff auf der Bühne das Mikrofon und erklärte, wie ihr Mann so tickt. Sie beschrieb ihn als Mann mit Charakter, als einen fröhlichen, zupackenden und willensstarken Menschen. Als ein Beispiel nannte sie die Laufgruppe, die er ins Leben gerufen hat. Er habe selbst in den vergangenen zwei Jahren bereits 40 Kilogramm abgenommen. „Er ist ein Teamplayer, hat eine mitreißende Art.“

Bürgermeister Reiner Breuer freute sich über die Kandidatur: „Er ist genau der Richtige, ein Glücksfall für die Neusser Sozialdemokratie, ein echter Powertyp, ein Macher.“ Und er fügte hinzu: „Wir brauchen eine starke Stimme im Düsseldorfer Landtag“. Als Beispiele hervorragender SPD-Landtagsabgeordneten in der Vergangenheit nannte er Friedhelm Farthmann und Fritz Behrens.

Heinrich Thiel machte in seiner Rede deutlich, wo er Handlungsbedarf sehe: „Ich möchte nahbar sein und bei aller Vernunft auch die Herzen der Menschen erreichen.“ Er wurde immer wieder bejubelt, zum Beispiel, als er sagte: „Die SPD ist zurück, liebe Freunde.“ Zuvor schon hatte Daniel Rinkert daran erinnert, dass der SPD in der Vergangenheit schon so manch überraschender Wahlerfolg gelungen sei.

Thiel möchte sich für mehr Mittel aus Düsseldorf für bezahlbaren Wohnraum stark machen, für ein Bündnis für Arbeit, für mehr Richter, damit künftig alle Strafanzeigen bearbeitet werden können, bevor sie verjähren, wie er sagte. Ein weiteres Anliegen sei für ihn, mehr Klimaschutz.

An dem Abend wurde auch die Konkurrenz thematisiert. Diese ist in diesem Fall der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Geerlings. „Er taucht bei allen relevanten Fragen ab“, war Heinrich Thiel der Meinung. Der 37-Jährige stellte am Samstag folgende Fragen in den Raum: „Wo ist er? Wo war er? Hat er für Neuss gekämpft?“. Er beantwortete alle drei Fragen mit einem klaren Nein. Gleichwohl weiß man bei der SPD, dass Geerlings wohl als Favorit in den bevorstehenden Wahlkampf gehen wird.